Rhabarber

Rhabarber © Ernst Frühmann

Beide Rhabarberarten, der Medizinalrhabarber (R. palmatum) und der Südchinesische Rhabarber (R. officinale) unterscheiden sich nur unwesentlich in ihrem Aussehen und in ihrem Wirkstoffmuster. Sie liefern uns in den rübenförmigen Wurzeln mit sehr kleinen Rhizomen jene Wirkstoffe, die zur Herstellung standardisierter Arzneimittel dienen. Sie zählen auch heute noch zu den stark wirksamen Laxantien, die auf den Dickdarm wirken und wie Aloe, Senna, Faulbaum oder Kreuzdorn sowohl die Motilität als auch die Sekretion beeinflussen.

Von weiteren Rhabarberarten, die für medizinische Extrakte Verwendung finden, werden Wurzelextrakte aus dem Sibirischen oder Rhapontik Rhabarber genützt. Seine Wurzel darf nicht mit Medizinalrhabarber zur Teeherstellung vermischt werden.

Die medizinisch verwendeten Rhabarber-Arten unterscheiden sich im Aussehen und in der Verwendung vom Gartenrhabarber (Rheum rhabarbarum L.), dessen Stängel, die als Stielgemüse gelten aber meist zu süßen obstartigen Speisen verarbeitet werden, im Frühjahr bis Johanni (24. Juni) geerntet werden.

Rhabarber © Ernst Frühmann

Rhabarber © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Verwendung der Rhabarberwurzel teilt sich in eine niedere Dosis (0,1 bis 0,2 Gramm), bei der die Bitterwirkung als Stomachikum (Magenmittel) zur Appetitanregung und Verdauungshilfe genützt wird, aber auch eine leicht stopfende Wirkung durch die Gerbstoffe erreicht wird.

Erst die höhere Dosis (1,0 – 2,0 Gramm) führt bei Erwachsenen in 8 – 12 Stunden nach der Einnahme zur abführenden Wirkung, die bei hartem Stuhl oder Stuhlverstopfungen mit einer beschränkten Anwendungszeit von 1 bis 2 Wochen sinnvoll ist und als Mittel zur schonenden Stuhl-Entleerung bei Analfissuren, Hämorrhoiden oder nach Operationen im Analbereich gewünscht ist.

Die alkoholischen Extrakte aus der Wurzel werden als Pinselung bei Aphten, Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder Zahnfleischentzündungen erfolgreich eingesetzt.

Extrakte des Rhapontik-Rhabarbers in Kombination mit Salbei haben sich als wirksames Mittel bei Herpes simplex Infektionen (Fieberblasen) bewährt. Neben der antiviralen Wirkung beider Heilpflanzen wirkt der Salbei noch entzündungshemmend und wundheilungsfördernd.

Extrakte aus dem Rhapontik-Rhabarber mit hohem Stilbenanteil zeigen in Studien auch günstige Wirkungen auf verschiedene hormonell gesteuerte Probleme bei Frauen wie z.B. bei klimakterischen Beschwerden – besonders bei Hitzewallungen, Dysmenorrhöen und anderen Anomalien.

Die Verwendung der Rhabarberwurzeln in Gallentees war früher üblich, davon sollte man bei Vorlage alter Teerezepte Abstand nehmen.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Die Einnahme von Rheum-Zubereitungen kann zur Rotfärbung (harmlos) des Harns und zu reversiblen Pigmenteinlagerungen in der Darmschleimhaut führen. Überdosierungen können Kolik artige Bauchschmerzen hervorrufen und zu Erbrechen führen. Die längere Anwendung von Rheum-Zubereitungen führt zur Störung des Wasser- und Mineralstoffhaushalts – besonders auch von Kalium – und ist daher zu vermeiden! Bei niedrigem Kaliumspiegel ist auf Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen zu achten!

In der Stillzeit sollen Zubereitungen nicht eingenommen werden, da Anthrachinon-Derivate zum Teil in die Muttermilch übergehen.

Die Anwendung von Rhabarber-Zubereitungen ist nicht angezeigt bei Darmverschluss, Entzündungen in der Bauchhöhle, entzündlichen Darmerkrankungen und in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren.

Achtung: Die Blätter des Speiserhabarbers sind giftig!!!

Rhabarber © Ernst Frühmann

Rhabarber © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Heimat der Rhabarber-Arten liegt in Asien; Rhabarber gedeiht aber auch gut in Europa.

Von beiden Arten werden die getrockneten und geschälten unterirdischen Anteile zur Teezubereitung und Herstellung von standardisierten Extrakten für Arzneimittel verwendet. Rund 30 mg der standardisierten Anthranoide gelten als sichere, Dickdarm wirksame, Abführmittel, wenn diätetische Maßnahmen und Quellstoffe nicht zur gewünschten Entleerung des Darms führen. Extrakte werden auch gegen Entzündungen im Mund und gegen Herpes Viren eingesetzt.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen sind unbedingt zu beachten!

Vogelknöterich

Vogelknöterich © Ernst Frühmann

Bei Wanderungen in die Natur stößt man immer wieder auf diese Heilpflanze, die vom Aussehen her – auch wegen der sehr kleinen Blüten – eher unspektakulär ist, die aber meist großflächig vorkommt. Gerade dort, wo die meisten Pflanzen oft kaum noch gedeihen, wachsen auf kargen und trockenen Stellen auf Wegen oder Wegrändern diese Pflanzen. Der Vogelknöterich ist nicht nur fast überall – mit Ausnahme Islands und der nördlichsten Teile Skandinaviens – in Europa zu finden, er ist dank seines weltweiten Vorkommens ein echter Kosmopolit des Pflanzenreichs.

Das Aussehen der Heilpflanze schlägt sich auch in ihrem Namen nieder. Das Hauptwort Polygonum enthält die beiden griechischen Bezeichnungen polys für viel und gony für Knie, Gelenk oder Knoten. Der Beiname aviculare interpretiert die Tatsache, dass Vögel die Samen dieser Pflanze gerne fressen.

Aber auch die deutschen volkstümlichen Namen Wegerich, Weggras oder Wegkraut und Hansl am Weg weisen auf den bevorzugten Standort hin; Dehngras, Reisskraut oder Zerrgras wiederum sollen an die zähen, am Boden sich ausdehnenden Stängel erinnern.

Vogelknöterich © Ernst Frühmann

Vogelknöterich © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Kommission E hat schon vor vielen Jahren den Zubereitungen aus dem Vogelknöterichkraut positive Wirkungen bei Katarrhen der Luftwege und entzündlichen Veränderungen der Mund- und Rachenschleimhaut zugestanden. Das entspricht auch den Erfahrungen der langjährigen Anwendung dieser Heilpflanze; daher gibt es für Zubereitungen aus dieser Heilpflanze seit 2016 auch die medizinische Empfehlung des HMPC, eines Komitees der Europäischen Union, das die Wirksamkeit traditionell angewendeter Heilpflanzen beurteilt. Auch dort kam man zur Entscheidung, dass für Erwachsene und Jugendliche (ab 12 Jahren) zur Linderung von Erkältungsbeschwerden oder Beschwerden bei leichten Mund- und Rachenentzündungen und leichten Beschwerden im Bereich der Harnwege zur Durchspülungstherapie der Vogelknöterich mit seinen Zubereitungen ein geeignetes Heilmittel ist.

Bei der Teezubereitung werden 1,5 Gramm der fein geschnittenen Droge mit 150 Milliliter kaltem Wasser angesetzt und zum Kochen erhitzt; man lässt den Tee 5 – 10 Minuten ziehen und seiht dann ab.

Kombinationen mit anderen Husten wirksamen Heilpflanzen (Schlüsselblumenwurzel, Schachtelhalmkraut, Königskerzenblüten oder Eibischblättern) sind durchaus sinnvoll. Ebenso ist bei Entzündungen im Bereich der Harnorgane eine Erweiterung der Wirkung mit Bärentraubenblättern, Birkenblättern oder Goldrutenkraut eine vielfach erprobte Alternative.

 

Vogelknöterich © Ernst Frühmann

Vogelknöterich © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Vogelknöterich ist seit etwa 2000 Jahren als Heilpflanze in Europa in Verwendung. Er gedeiht in fast allen Teilen Europas. Geerntet werden die blühenden, oberirdischen Teile von Juli bis August.

Durch seine schleimlösenden, entzündungshemmenden, zusammenziehenden Eigenschaften und seine jahrhundertelange Anwendung wird seine Wirksamkeit auch heute anerkannt. Husten, Entzündungen im Mund und Rachen oder im Bereich der Harnwege sind Beschwerden, die auf Zubereitungen mit Vogelknöterich ansprechen.

 

Seifenkraut

Seifenkraut © Ernst Frühmann

Die Beschreibung dieser Heilpflanze passt in die Jahreszeit des Winters, da die expektorierende Wirkung wissenschaftlich anerkannt wird; dies bedeutet, dass zäher Schleim, der bei Erkältungskrankheiten oft gebildet wird, durch die Wirkstoffe dieser Heilpflanze dünnflüssiger wird und leichter abgehustet werden kann.

Schaut man auf den lateinischen Namen der Heilpflanze, erkennt man sofort das Wort sapo – Seife, das auf die Eigenschaften der Saponine als Inhalts- und Wirkstoffe hinweist; es verweist auf die seifenähnlichen, schaumbildenden Eigenschaften dieser Verbindungen, die wir bereits im Efeu, in der Schlüsselblume und im Sanikel dank der, gegen zähen Schleim bei Hustenerkrankungen wirksamen Saponine kennengelernt haben.

Aber Saponine finden wir auch in anderen Heilpflanzen und Indikationen bei Entzündungen (Süßholz), Nieren-Blasen Erkrankungen (Bruchkraut, Goldrute) und den adaptogen wirksamen Heilpflanzen (Ginseng).

Das Seifenkraut sagt uns aber auch mit seiner volkstümlichen Bezeichnung Waschkraut, dass man früher die Wurzel auch als Reinigungsmittel in Verwendung hatte.

Seifenkraut © Ernst Frühmann

Seifenkraut © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Wurzel des Seifenkrautes findet heute Anwendung in der Phytotherapie, in der Volksmedizin und in der Homöopathie.

In der Phytotherapie gilt die Anwendung bei Katarrhen der oberen Luftwege als anerkannt. In der empfohlenen Tages-Dosierung von 1,5 Gramm täglich für Erwachsene kommt es über eine Reizung der Magenschleimhaut zu einer Verflüssigung von zähem Schleim und zum besseren Abhusten des gebildeten Schleims. Dazu werden immer wieder Teezubereitungen aus den getrockneten Wurzeln – selten die Seifenkrautwurzeln alleine – meist in Kombination mit anderen, Husten wirksamen Heilpflanzen empfohlen. Wenn die Wurzel alleine als Tee zubereitet wird, hat sich der Kaltansatz bewährt, in dem die Wurzelstücke über 8 Stunden im kalten Ansatz extrahiert werden.

In der Volksmedizin wird die Wurzel auch zur Behandlung rheumatischer Beschwerden durch die harntreibende, „entschlackende“ Wirkung und bei chronischen Hautleiden eingesetzt. Die pilzhemmende Wirkung wird bei der Behandlung von Pilzerkrankungen an der Zunge genützt.

Die Homöopathie nützt Saponaria officinalis zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, Kopf- und Augenschmerzen.

Nebenwirkungen:

In der empfohlenen Dosierung gibt es meist keine Nebenwirkungen; bei erhöhten Dosen kann es zu Reizungen der Magenschleimhaut, zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Seifenkraut © Ernst Frühmann

Seifenkraut © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Das Seifenkraut wird seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze und als Waschmittel sehr geschätzt und auch kultiviert. Sie gedeiht in weiten Teilen Europas. Geerntet werden die Wurzeln im früheren Herbst bei einem hohen Gehalt an Triterpensaponinen. Von der Medizin anerkannt ist die Wirksamkeit bei Katarrhen der oberen Luftwege mit Halsschmerzen und Heiserkeit. Die Volksmedizin schätzt Zubereitungen aus der Seifenkrautwurzel auch zur Behandlung rheumatischer Beschwerden, bei Pilzerkrankungen im Zungenbereich und bei chronischen Hautleiden.

Sanddorn

Sanddorn © Ernst Frühmann

Vom Spätherbst bis weit in den Winter leuchten uns die zahlreichen orangen Früchte des Sanddorns entgegen, die Wirkstoffe für medizinische Produkte, aber auch für die Kosmetik liefern.

Wissenschaftler sehen die Art Sanddorn nicht einheitlich und teilen diese Art – je nach Aussehen und Standort – in Unterarten auf. Der Sanddorn ist eine zweihäusige Pflanze; das bedeutet, dass es männliche und weibliche Exemplare gibt, wie wir es auch bei anderen Heilpflanzen kennen – zum Beispiel bei der Großen Brennnessel (Urtica dioica), der Zaunrübe (Bryonia dioica) oder dem Ginkgo (Ginkgo biloba).

Neben seinem meist verwendeten Namen hat man dem Sanddorn viele weitere Bezeichnungen gegeben, die auf sein Aussehen, den Standort oder die Wirkung hinweisen; Weidendorn, Dünendorn, Audorn, Seedorn, Sandbeere, Korallenbeere, Rote Schlehe oder auch „Zitrone des Nordens“ wird der Sanddorn genannt.

Während die deutschen Namen einen erkennbaren Bezug zu dieser Heilpflanze haben, sind sich Sprachforscher beim Namen Hippophae eher uneinig. Eine Gruppe schreibt, dass in diesem Wort das Pferd und leuchtend stecken, andere bezweifeln dies und meinen, dass dieses Wort auf eine stachelige Sippe hinweist. Bei rhamnoides scheint es klarer, dass damit „kreuzdornartig“ ausgedrückt werden soll. 

Sanddorn © Ernst Frühmann

Sanddorn © Ernst Frühmann

Anwendung in der Kosmetik 

In der Sanddorn-Kosmetik werden sowohl Sanddornfruchtfleisch-Extrakte als auch Sanddorn-Öl aus den Samen in verschiedene Cremen oder Salben eingearbeitet. Der Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, Carotinoiden und anderen hautwirksamen Stoffen führt dazu, dass irritierte Haut oder gestörte Hautfunktionen reguliert und normalisiert werden und auch die Hautalterung gebremst wird. Es kommt zu einer regenerierenden Wirkung auf die Haut; es wird der natürliche Wasserverlust der Haut gesenkt und damit die Haut-Feuchtigkeit verbessert oder es wird die Barriere-Funktion der Haut durch die ungesättigten Fettsäuren unterstützt. Damit eignen sich Handcremen oder Hautlotionen mit Sanddornöl-Extrakten sehr gut bei trockener und stark beanspruchter Haut.

Dank dieser positiven Eigenschaften zeigt die Erfahrung, dass sich die Sanddorn-Kosmetik – eventuell auch in Kombination mit Harnstoff – bei trockener, empfindlicher Haut bewährt; damit ist sie für Menschen geeignet, die der Sonnenbestrahlung stark ausgesetzt sind und können bei Diabetikern, Neurodermitis- oder Psoriasispatienten das Hautbild verbessern.

 

Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel 

Der hohe Anteil von Vitamin C in Presssäften macht hochwertige Produkte als Ursaft oder Elixier (Sanddornfrüchte selbst werden wegen des stark sauren und herben Geschmacks praktisch nicht verwendet) zu einem wertvollen Mittel bei Erkrankungen, die durch eine erhöhte Vitamin C Zufuhr günstig beeinflusst werden. Dazu zählen witterungsbedingte Erkältungskrankheiten oder die stärkere Neigung von Sportlern zu Infekten, die durch erhöhte Gabe von Vitamin C günstig beeinflusst werden und zu einer deutlich schnelleren Gesundung beitragen.

Es gibt auch Berichte, die den öligen Zubereitungen bei der Einnahme einen Schutz der Schleimhäute bescheinigen und Entzündungen im Magen-Darmtrakt schneller zum Abklingen bringen.

Sanddorn © Ernst Frühmann

Sanddorn © Ernst Frühmann

Zusammenfassung 

Der Sanddorn ist ein zweihäusiger Strauch, der oft sehr viele, leuchtend orange Früchte bildet, die in der Kosmetik und als Nahrungsergänzung genutzt werden.

Presssäfte aus den Sanddornfrüchten und das Öl aus den Samen werden wegen ihrer wundheilungsfördernden, entzündungshemmenden, antioxidativen und antibakteriellen Wirkungen bei Erkältungskrankheiten oder zur Regeneration der Haut oder zur Verbesserung des Hautbildes eingesetzt.

Schwalbenwurz

Schwalbenwurz © Ernst Frühmann

Liest man über die Anwendung von Heilpflanzen in alten Kräuterbüchern, dann wird man bei der Schwalbenwurz feststellen, dass diese Giftpflanze im 16. und 17. Jahrhundert als Heilpflanze geschätzt wurde und bei verschieden Erkrankungen zur Anwendung kam. Heute haben die Extrakte aus der Wurzel der Schwalbenwurz in der Phytotherapie ihre Bedeutung verloren.

In der Homöopathie wird die Urtinktur aus den oberirdischen Teilen der Frischpflanze zubereitet und anschließend potenziert. Die Virus hemmenden Eigenschaften der homöopathischen Zubereitungen – oft auch in Kombination mit anderen Homöopathika – sind gerade in den Wintermonaten wertvolle Heilmittel bei Erkältungskrankheiten, die durch Viren ausgelöst werden.

Der lateinische Name beschreibt eigentlich die Anwendung in früheren Jahrhunderten. Die Schwalbenwurz galt als Antidot (Gegenmittel) bei Vergiftungen oder Hundebissen. Mit Vincetoxicum konnte man das Gift (toxicum) besiegen (vincere). Im Beinamen steckt das lateinische Wort hirundo, das Schwalbe bedeutet und die Samen bezeichnet, die wie ein Vogel dank der „Flughaare“ fliegen.

Schwalbenwurz © Ernst Frühmann

Schwalbenwurz © Ernst Frühmann

Anwendung in der Volksmedizin und Homöopathie

Durch die Giftwirkung war die Schwalbenwurz nie eine Pflanze der Schulmedizin. Vorsichtig dosiert war sie aber in der Volksmedizin eine durchaus angesehene Heilpflanze, die in weiten Regionen Europas in ausreichenden Mengen vorhanden war; die Wurzeln kamen als wasser- oder schweißtreibendes Mittel und als Abführmittel zur Anwendung.

Durch die Potenzierung in der Bearbeitung der homöopathischen Arzneimittel war es dann möglich, die Giftwirkung der Schwalbenwurz zu mildern oder auszuschalten. Zusätzlich wurden dadurch auch neue Anwendungsmöglichkeiten in anderen Indikationen geschaffen.

In der Hömöopathie nützt man die Wirkung der Schwalbenwurz viralen Attacken zu begegnen, der dadurch entstehenden toxischen Belastung entgegenzuwirken und die Toxinausleitung zu fördern. Vincetoxicum hirundinaria ist in der Lage, die geschwächte Immunabwehr zu stärken und damit den geschwächten Organismus zu unterstützen.

In diesem Punkt setzt die Signaturenlehre an, die einen klaren Zusammenhang darin sieht, dass sich die Blüte der Pflanze genauso energisch gegen „Eindringlinge“ wehrt und unliebsame Insekten eliminiert, wie eben homöopathische Extrakte aus der Schwalbenwurz den Viren das Überleben erschweren und den Körper stärken.

Schwalbenwurz © Ernst Frühmann

Schwalbenwurz © Ernst Frühmann

Zusammenfassung 

Die Schwalbenwurz ist eine Giftpflanze, die in der Natur in weiten Teilen Europas zu finden ist und in der Volksmedizin häufig zur Anwendung kam; ihre Wurzel galt in geringer Dosierung als abführendes, wasser- oder schweißtreibendes Mittel und als Antidot (Gegenmittel) bei Hundebissen.

Heute werden homöopathische Arzneimittel aus der frischen Pflanze erfolgreich bei Erkältungskrankheiten, die durch Viren ausgelöst werden, in verschiedenen Kombinationen eingesetzt.

Andorn

Andorn © Ernst Frühmann

Der Andorn wird seit langer Zeit als Heilpflanze kultiviert. Er ist auch heute noch ein fixer Bestandteil in den Kräutergärten.

Es ist bemerkenswert, dass es beim Andorn keinen Befall von Parasiten gibt, was dem Gehalt an Bitterstoffen oder ätherischem Öl und dem Gerbstoffanteil zugeschrieben wird.

Auf welche Sprachwurzel der Name zurückgeht ist nicht ganz klar; es ist denkbar, dass Marrubium aus dem Hebräischen kommt und mar für bitter, rob für viel steht und zusammen „sehr bitter“ ergibt. Neben der Bezeichnung Andorn sind im Alpenraum auch die volkstümlichen Bezeichnungen Brustkraut in Niederösterreich, Helfkraut und Mutterkraut bekannt.

Andorn © Ernst Frühmann

Andorn © Ernst Frühmann

Anwendung in der Phytotherapie und Homöopathie

Als Bitterstoffdroge und damit Bittermittel (Amarum) hat der Andorn auch in der modernen Phytotherapie Anerkennung gefunden. Zur Anwendung kommen Pflanzenextrakte als Teezubereitung mit Wasser, aber auch Fluidextrakte aus Wasser-Alkoholmischungen, die einen höheren Anteil an Wirkstoffen besitzen.

Die Hauptanwendungsgebiete sind Appetitmangel und dyspeptische Beschwerden wie Blähungen und Völlegefühl. Im Bereich der Verdauung ist die Gabe auch bei Störungen der Gallenproduktion als Galle anregendes Mittel sinnvoll. Im Bereich der Atemwegserkrankungen hat sich die Gabe von Andorn-Zubereitungen bei Katarrhen der oberen Luftwege bewährt.

In der Volksmedizin wird Andorn auch bei Hautproblemen wie Hautschäden, Geschwüren oder zur Wundbehandlung äußerlich angewendet.

Teebereitung: 1 – 2 Teelöffel getrocknetes Andornkraut werden mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen, man lässt 5 – 10 Minuten ziehen und seiht dann ab; 15 Minuten vor den Mahlzeiten ungesüßt 1 Tasse trinken.

Bei der Verwendung als Hustentee kann der Andorntee mit Honig gesüßt zwischen den Mahlzeiten getrunken werden.

In der Homöopathie kommt Marrubium vulgare bei Entzündungen der Atemwege zur Anwendung.

Andorn © Ernst Frühmann

Andorn © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Andorn ist eine Heilpflanze, die schon seit weit über zweitausend Jahren als Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen Anwendung findet. Er war bei den Ägyptern, Griechen und Römern eine wichtige Heilpflanze, wurde im Mittelalter von vielen Ärzten geschätzt und hat auch heute in der Volksmedizin, Phytotherapie und Homöopathie seinen fixen Platz. Als Anwendungsgebiete gelten Atemwegserkrankungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, Blähungen und Störungen in der Gallenfunktion.

Matebaum oder Matestrauch

Matebaum © Ernst Frühmann

Das „Grüne Gold der Indios“ ist wohl mehr ein Genussmittel als ein Arzneimittel. Doch werden auch in Europa die positiven Eigenschaften geschätzt. Es ist aus dem Alltag, besonders der Argentinier, nicht wegzudenken und hat dort den Status eines Kultgetränkes. In Südamerika hat Mate aber auch in der Volksmedizin seinen festen Platz.

Die Bezeichnung Mate bezieht sich von seinem Ursprung her auf das Wort mati, mit dem eine ausgehöhlte Kalebasse eines Kürbisgewächses gemeint ist, die so bearbeitet wurde, dass sie als Trinkgefäß diente, und man diese zur Teebereitung und zum Trinken verwenden konnte. Getrunken wird der Tee mit Hilfe der Bombilla, einem Metalltrinkrohr mit einem Sieb, damit der Tee filtriert eingesaugt wird.

In Südamerika werden die getrockneten Blätter als Yerba (Kraut) bezeichnet. 

Matebaum © Ernst Frühmann

Matebaum © Ernst Frühmann

Anwendung in der Volksmedizin

Während die getrockneten Mateblätter oder deren Extrakte in der Schulmedizin selten zur Anwendung kommen, haben die Mateblätter in der Volksmedizin Südamerikas ihren festen Platz.

Man verwendet den Matetee zur Vertreibung des Hungergefühls, versucht körperliche und geistige Schwächezustände zu stoppen, unterstützt ein schwächelndes Immunsystem, verbessert Eisenmangelzustände bei Blutarmut und mildert verschiedene Entzündungszustände.

Die Zusammensetzung der Teeextrakte soll gerade jenen Teil der Mineralien, die durch den Schweiß ausgeschieden werden, in optimaler Menge ergänzen. Das lässt den Schluss zu, dass die Zähigkeit und Ausdauer bei schwerer körperlicher Arbeit trotz eines geringen Nahrungs- und Getränkeangebots auf die Substitution wichtiger Mineralien und Nährstoffe aus dem Matetee zurück zu führen sind.

Der extrem hohe Konsum von Mate in manchen Bevölkerungsteilen Südamerikas birgt auch Risiken. So soll bei übermäßigem Konsum die Bildung von Krebserkrankungen steigen.

Mate in Teezubereitungen:

Die Teezubereitung mit originalen Mate Teegefäßen und Bombilla (Trinkhalm) ist bei uns in Europa eher unüblich.

In Europa werden Mateblätter sehr oft mit anderen Heilpflanzen kombiniert, damit der typische, rauchige Mategeschmack weniger stark im Vordergrund steht und auch die Wirkung erweitert wird.

Dafür eignen sich grüne oder auch geröstete Mateblätter, die mit den Blättern verschiedener Minzenarten (Pfefferminze ua.) oder Zitronenmelisse gemischt werden. Wenn durch das Trinken von Matetee eine Gewichtsreduktion unterstützt werden soll, dann sind entschlackend wirksame Heilpflanzen (Löwenzahn, Birke ua.) in einer Teemischung sinnvoll.

Matebaum © Ernst Frühmann

Matebaum © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Mateblätter stammen teilweise aus Wildvorkommen, aber auch zu einem wesentlichen Teil aus Kulturen. In den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gilt der Matetee als Nationalgetränk.

Schon die Ureinwohner dieser Region schätzten die anregende Wirkung von Teezubereitungen aus Mateblättern. Die Jesuiten sorgten für die ersten großflächigen Kulturen. In Südamerika wird Matetee aus einer Kalebasse (Mate) über ein Metallrohr (Bombilla) angesaugt.

In den Ursprungsländern gilt der Matetee als Kult- und Nationalgetränk¸ er hat aber auch in der Volksmedizin wegen seiner anregenden, antioxidativen und anderer Eigenschaften Bedeutung erlangt.

Mutterkraut

Mutterkraut © Ernst Frühmann

Obwohl das Mutterkraut als Heilpflanze seit der Antike bekannt ist, beginnt in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in England eine neue Epoche. War es über viele Jahrhunderte ein “Frauenkraut“, wurde nun intensiv – besonders in England – über dessen Wirkung bei Migräne geforscht. Das führte auch dazu, dass es zu einer ESCOP Positiv-Monographie über das Mutterkraut kam.

Trotz intensiver Forschungen zu dieser Indikation gibt es zwar viele Studien und Erkenntnisse, aber auch noch viele offene Fragen. So darf man auf endgültige Ergebnisse gespannt sein.

In der Vergangenheit hat man der Pflanze viele Namen gegeben; sie wurde auch als Bertram, Fieberkraut, Jungfernkraut, Mägdeblume, Matronenkraut, Mutterkamille, Knopfkamille oder Sonnenauge bezeichnet.

Mutterkraut © Ernst Frühmann

Mutterkraut © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Zubereitungen aus dem getrockneten Kraut oder Extrakte kommen sowohl innerlich als auch äußerlich bei verschiedenen Erkrankungen zur Anwendung. Zum Ersten sind sie geeignet in der Behandlung des akuten Migräneanfalls und auch zur Migräneprophylaxe, da sie sowohl die Schmerzintensität bremsen, als auch zu einer Verringerung der Frequenz der Attacken beitragen. Bei sehr häufigen Migräneattacken kommt es laut Studien zu den besten Behandlungsergebnissen. Extrakte haben auch einen günstigen Einfluss auf die Begleitsymptome Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Die krampflösenden Eigenschaften wirken sich dabei auch positiv aus.

Volksmedizin

In der Volksmedizin kommt das Mutterkraut ähnlich wie die Kamille zur Anwendung: bei Krämpfen, Verdauungsstörungen, Dysmenorrhoe, Wehenschwäche, bei drohender Fehlgeburt, als Antiseptikum sowie zur Mundspülung nach Zahnextraktionen oder äußerlich zur Waschung von Wunden.

Nebenwirkungen:

Sesquiterpenlactone besitzen allergenes Potenzial und daher sind allergische Reaktionen möglich.

Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen und Schwindel sind ebenso nicht auszuschließen. Bei Langzeitanwendungen sind Entzündungen der Mundschleimhaut und Aphtenbildung möglich.

Gegenanzeigen:

Schwangerschaft und Stillzeit; keine Präparate an Säuglinge und Kleinkinder

Teeherstellung: 1,5 g der feingeschnittenen Droge werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen, man lässt 5 min ziehen und seiht dann ab. 

Mutterkraut © Ernst Frühmann

Mutterkraut © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Das Mutterkraut ist eine Heilpflanze, die seit Jahrtausenden Anwendung findet. Zunächst vorwiegend als Frauenkraut eingesetzt, hat es sich in den letzten Jahrzehnten zu einem wertvollen pflanzlichen Mittel zur Migräneprophylaxe und Behandlung des akuten Migräneanfalls gewandelt.

Von den Sesquiterpenlactonen scheint das Parthenolid der wirksamste Bestandteil zu sein. Es werden aber auch weitere wirksame Inhaltsstoffe vermutet.

Es ist zu hoffen, dass weitere Forschungen zu neuen Ergebnissen führen und Arzneimittel aus dieser Heilpflanze einen festen Platz in der Therapie der Migräneprophylaxe und des Migräneanfalls bekommen.

 

 

 

Zitterpappel

Zitterpappel  © Ernst Frühmann

Die Zitterpappel oder Espe ist eine von etwa 40 Pappelarten, die man heute unterscheidet. Die Redewendung „zittern wie Espenlaub“ ist wohl allen bekannt; sie führt uns zu der Eigenschaft dieses Laubbaumes, dass die Blätter bereits beim leisesten Windhauch sich durch den stark abgeflachten Blattstiel zu drehen beginnen und ein „Flüstern“ erzeugen, das die Römer dazu brachte, dieser Pflanze den Namen Populus zu geben. Dieses „Flüstern“ im Wind erinnerte die Römer an den Geräuschpegel einer Volksversammlung. Wenn diese Deutung vermutlich auch nur eine schöne Geschichte ist, gibt es derzeit keine andere eindeutige Erklärung für die Namensgebung.

Die Bezeichnung könnte aber auch aus dem Griechischen kommen, in dem das Wort paipállmai das beständige Zittern der Blätter ausdrückt; tremula als Beiwort weist auf jeden Fall auf tremere = zittern hin.

Im Wesentlichen geht es bei der Verwendung der Pappel um drei Arten. Die Zitterpappel (P. tremula), die Schwarzpappel (P. nigra) und die Silberpappel (P. alba); ihre amerikanische Verwandte P. tremuloides dient zur Herstellung homöopathischer Zubereitungen.

Zitterpappel  © Ernst Frühmann

Zitterpappel © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Extrakte der Pappelknospen werden meistens in Hauttherapeutika eingearbeitet und bei äußeren Hämorrhoiden oder oberflächlichen Hautverletzungen aufgetragen. Aber auch Frostbeulen oder Sonnenbrand können damit gut behandelt werden.

Zubereitungen aus der Rinde oder den Blättern der Zitter-Pappel kommen bei rheumatischen Erkrankungen – wie Hexenschuss, Ischiasschmerzen – oder verschiedenen Schmerzzuständen – wie chronischen Bewegungsschmerzen – zur Anwendung. Dabei hat sich gezeigt, dass Kombinationen mit anderen Heilpflanzen sinnvoll sind und die Wirkung ergänzen oder verbessern.

Kombinationen mit anderen Heilpflanzen: Im Phytodolor® werden die Extrakte der Zitterpappel mit Extrakten aus der Echten Goldrute und der Esche kombiniert.

Es gibt aber auch Kombinationen mit Zitter-Pappel-Extrakten, die mit Heilpflanzen kombiniert sind, die bei Beschwerden der Harnblase, der Reizblase oder der benignen Prostatahyperplasie eingesetzt werden können. Dabei finden wir Kombinationen mit Kürbisextrakten und Goldrute oder in einer Kombination mit homöopathischen Zubereitungen aus Zitter-Pappel, Brennnessel, Sägepalme, Goldrute, Acker-Schachtelhalm, Bucco und Petersilie. Bei der Zitterpappel wird diskutiert, ob Zink-Lignane zu dieser Prostatawirkung beitragen.

Bachblüten: Aspen ist bei den Bachblüten die Essenz, die feinfühlige Menschen brauchen, die unter ständigen Ängsten leiden, die sie oft nicht beschreiben können. Diese Menschen leiden unter unerklärlichen, vagen Ängsten und haben heimliche Furcht vor drohendem Unheil. Sie leiden unter bösen Vorahnungen, fürchten sich vor Unbekanntem, Dunkelheit, Überfällen, Vergewaltigung und ähnlichen, nicht greifbaren Vorstellungen. Durch ihre hohe Sensibilität reagieren sie auch auf die Ausstrahlung anderer Menschen so, dass sie sich in Gegenwart bestimmter Menschen nicht wohlfühlen. Kinder fühlen sich unsicher und reagieren auf Fremdes ängstlich, sind nicht gerne alleine und brauchen Licht zum Einschlafen.

Zitterpappel  © Ernst Frühmann

Zitterpappel © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Neben der zweihäusigen Zitter-Pappel können auch die Schwarz- und Silberpappel als Heilpflanzen eingesetzt werden. Durch den langen, abgeflachten Blattstiel bewegen sich die Blätter der Zitter-Pappel schon beim geringsten Luftzug.

Dank der Salcylsäurederivate, der Flavonoide und des ätherischen Öls haben die Extrakte entzündungshemmende, schmerzstillende, krampflösende, antibakterielle, desinfizierende, adstringierende und wundheilungsfördernde Eigenschaften.

Graubehaarte Zistrose

Zistrose © Ernst Frühmann

In den Wintermonaten ist das Immunsystem besonders gefordert. Der Wechsel zwischen kalt und warm, die Belastung durch Viren, die auf einen günstigen Augenblick warten, dass sie sich ungehemmt vermehren können, sind wichtige Vorgaben das Immunsystem zu unterstützen. Zusätzlich belasten wir durch unsere Lebensführung das sensible System, indem wir den Körper mit unphysiologischen Nahrungsmitteln quälen, durch reichlichen Alkoholgenuss oder Nikotin schwächen oder auch durch Überreizung und Stress die Selbstheilungskräfte überfordern.

Neben der Möglichkeit den Körper nicht unnötig zu belasten gibt es Naturstoffe, die in der Lage sind das Immunsystem zu unterstützen und damit die Anfälligkeit für Krankheiten zu senken. So wie andere bekannte Heilpflanzen – wie z.B. der Sonnenhut – hat in den letzten Jahren auch die Graubehaarte Zistrose mit einigen Unterarten als Heilpflanze zur Stärkung des Immunsystems an Bedeutung gewonnen. Die Verwendung ist sowohl als Tee als auch als Extrakt in verschiedenen Arzneiformen, Kapseln oder Saft möglich.

Zistrose © Ernst Frühmann

Zistrose © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung 

Für eine wissenschaftliche Anerkennung der günstigen Eigenschaften auf das Immunsystem der Zistrosen-Extrakte reichen die derzeit vorliegenden Untersuchungen noch nicht aus. Dennoch haben Extrakte aus der Zistrose in Kombination mit anderen Naturstoffen in Medizinprodukten oder Nahrungsergänzungsmitteln große Zustimmung bei den Anwendern gefunden.

Es konnte gezeigt werden, dass die präventive Gabe und rasche Anwendung von Zistrosenextrakten mit einem hohen Anteil an Polyphenolen und anderen Nahrungsergänzungen zu einer verminderten Anfälligkeit gegenüber Erkältungskrankheiten führen und ständig wiederkehrende Infekte sowie die daraus resultierenden Krankenstandstage verringert werden. Es ist zu hoffen, dass die derzeit vorliegenden positiven Ergebnisse durch weitere Studien bekräftigt werden und es zur wissenschaftlichen Anerkennung dieser Heilpflanze kommt.

Volksmedizin: Traditionell wird in Griechenland der Tee aus den Blättern der Zistrose bei Halsschmerzen, Schnupfen und Erkältungssymptomen getrunken. Durch den Anteil an Gerbstoffen wird der Tee bei Durchfallerkrankungen eingenommen und äußerlich dank der adstringierenden Wirkung bei Hautkrankheiten angewendet.

Teezubereitung: 2,0 Gramm geschnittene Kraut-Droge werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen; man lässt 5 Minuten ziehen und seiht dann ab.

Den Tee nicht länger als 5 Min ziehen lassen, da er sonst deutlich bitterer im Geschmack wird.

Eine Kombination mit anderen Heilpflanzen, die auch immunstimulierende Wirkungen besitzen, ist als Teemischung durchaus sinnvoll – wie z.B. die Kombination mit Sonnenhutkraut, Taigawurzel und Melissenblättern.

Zistrose © Ernst Frühmann

Zistrose © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Graubehaarte Zistrose ist heimisch im östlichen Mittelmeerraum; die Tradition der Anwendung als Heilpflanze reicht über 2000 Jahre in Ägypten und in Griechenland zurück.

Der hohe Anteil an Polyphenolen und anderen Wirkstoffen führt zu antiviralen, entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften, die in der Volksmedizin bei verschiedenen Erkrankungen genützt wurden; heute versucht man mit Extrakten die Abwehrkraft des Körpers zur Verhütung viral bedingter Erkältungskrankheiten zu steigern.

 
 

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