Wald-Bingelkraut

Wald-Bingelkraut © Ernst Frühmann

Wandert man im zeitigen Frühjahr – im April – durch die Wälder, stechen einem oft die bereits in Blüte stehenden Pflanzen des Wald-Bingelkrautes ins Auge. Diese bilden meist größere Gruppen, wobei – räumlich getrennt – männliche und weibliche Pflanzen beisammenstehen.

Der weiße Milchsaft ist ein gemeinsames Merkmal in der Familie der Wolfsmilchgewächse; dieser Milchsaft tritt beim Abschneiden der Pflanzen aus und dient ihnen als Fraß-Schutz oder zur Reparatur bei Verletzungen. Dieser alten Heilpflanze fehlt aber dieser charakteristische Milchsaft.

Während die Komplementärmedizin schon lange die Heilkraft dieser Heilpflanze nützt, scheint sie durch neue Forschungsergebnisse über ihre Wirkstoffe neue Aufmerksamkeit zu bekommen. Durch unterschiedliche Inhaltsstoffe unterscheidet sich das Wald-Bingelkraut von seinem Verwandten – dem Einjährigen Bingelkraut.

Letzteres findet man in weiten Teilen Europas und es wird zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel verwendet. Es ist im Aussehen auch gut vom Wald-Bingelkraut zu unterscheiden.

Ob der Name Mercurialis vom Götterboten der Römer – Merkur – kommt oder sich von der Farbänderung der Wurzel beim Trocknen herleitet – so wie dies bei Quecksilberverbindungen (Mercurius) der Fall ist, ist nicht eindeutig zuzuordnen.

Wald-Bingelkraut © Ernst Frühmann

Wald-Bingelkraut © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Da das Wald-Bingelkraut als leicht giftig gilt, wird es heute – auch in der Volksmedizin – kaum mehr als harntreibendes oder abführendes Mittel eingesetzt, weil es bei zu hoher Dosierung schnell zu heftigem Durchfall kommen kann.

Diesem Problem kann man in der anthroposophischen Medizin durch Verwendung der Extrakte, die nach dem homöopathischen Arzneibuch hergestellt werden, gut begegnen und sinnvolle Produkte herstellen, die den Menschen bei folgenden Beschwerden Hilfe bringen:

Salben bei Entzündungen, Verbrennungen, schlecht heilenden Wunden, Zäpfchen oder Salben bei Hämorrhoiden, nässenden, geschwollenen Analfissuren, Augentropfen bei geröteten Augen oder Bindehautentzündungen und Salben für Frauen bei entzündeten Brustwarzen. Es hat sich gezeigt, dass akute, subakute oder chronische entzündliche Prozesse gut auf diese Behandlung ansprechen.

Wald-Bingelkraut © Ernst Frühmann

Wald-Bingelkraut © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Das Wald-Bingelkraut wird seit vielen Jahrhunderten als Heilpflanze geschätzt und zählt zu den Giftpflanzen. Es gedeiht in weiten Teilen Europas. Geerntet werden die oberirdischen Teile im April.

Durch neue Untersuchungen der Extrakte wurden die Inhaltsstoffe und deren Wirkungen umfassend aufgeklärt. In der anthroposophischen Medizin werden Entzündungen, Verbrennungen, schlecht heilende Wunden, Hämorrhoiden, Analfissuren und Augenentzündungen erfolgreich behandelt.

Schnurbaum

Schnurbaum © Ernst Frühmann

Beim Schnurbaum haben wir eine Pflanze vor uns, die aus Asien stammt und die für uns nicht unmittelbar nutzbar ist, wie so viele andere Heilpflanzen. Hier handelt es sich um einen Baum, der dank seines besonders hohen Anteils an Rutosiden hohe Bedeutung erlangt hat.

Diese oder ähnliche Wirkstoffe finden wir auch im Buchweizen oder in den Roten Weinblättern, aber bei weitem nicht in dieser hohen Konzentration. Die Hersteller bedeutender Arzneimittel holen sich diese Verbindungen aus dem Schnurbaum und wandeln diese in hochwirksame Verbindungen um, die in der Behandlung von Venenschwäche und allen Auswirkungen dieser Ursache zur Anwendung kommen.

Damit haben wir mit dem Schnurbaum eine wertvolle Heilpflanze, die wir zwar selbst nicht als Droge zur Behandlung von Venenproblemen verwenden, die wir aber wegen des hohen Anteils an Venen wirksamen Stoffen kennen sollten und die wir in unseren Städten immer wieder als imposanten blühenden Baum im Sommer bewundern können.

Schnurbaum © Ernst Frühmann

Schnurbaum © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die veränderten Wirkstoffe des Schnurbaums gelten zwar nicht mehr als Phytotherapeutikum, sie sind aber doch Wirkstoffe, die der Natur entnommen und optimiert wurden.

Sinnvoll ist die Anwendung der Schnurbaum-Wirkstoffe bei beginnender Venenschwäche (CVI – Chronische Veneninsuffizienz), bei Personen, die im Beruf durch langes Sitzen oder Stehen ihre Venen belasten, bei sommerlichen Temperaturen oder zur unterstützenden Behandlung bei Trägern von Kompressionsstrümpfen.

Gemildert werden das Fortschreiten der CVI, die unangenehmen Beschwerden wie Bildung von Besenreisern und Krampfadern oder in der weiteren Folge offene Beine. Zustände wie schwere Beine und geschwollene Knöchel, juckende Haut und Ameisenlaufen werden ebenso gebessert oder weitgehend verhindert.

Teezubereitung: Ist nicht üblich!

Homöopathie: In der Homöopathie wurden die reifen Samen zur Urtinktur verarbeitet und diese kam früher in potenzierter Form bei Ruhrerkrankungen zur Anwendung.

 

Schnurbaum © Ernst Frühmann

Schnurbaum © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Schnurbaum hat seine Heimat in Ostasien, wird aber auch in vielen Teilen der Erde als Parkbaum gepflanzt. Dieser Baum wird bis zu 30 m hoch und trägt im Hochsommer attraktive gelbe Blütenrispen.

In den Blütenknospen finden sich bis zu 30 % Rutoside, aus denen durch Bearbeitung optimale Arzneimittel geformt wurden, mit denen Probleme der Venenschwäche (CVI – Chronische Veneninsuffizienz), wie schwere Beine, geschwollene Knöchel, Krampfadern u.v.m. behandelt werden.

Weichschaliger steirischer Ölkürbis

Weichschaliger Steirischer Ölkürbis © Ernst Frühmann

Mit dem Kürbis verbinden die Menschen heute die unterschiedlichsten Erfahrungen und Erlebnisse. Die einen sehen in ihm und seinen Samen ein hervorragendes Arzneimittel bei Blasenproblemen oder bei gutartigen Prostataerkrankungen; anderen läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn sie an die köstlichen Speisen denken, in denen der Kürbis in seinen verschiedenen Arten und Sorten über einige Monate frisches, wertvolles Gemüse liefert; wieder andere sehen die nostalgischen Bilder aus einer Zeit, in der die Samen der Kürbisse am Feld von fleißigen Frauenhänden geerntet wurden; einige werden den Ölspurlauf – einen Marathonlauf in der Weststeiermark – mit dem Bild von reifen Kürbissen verbinden und so manches Kind wird oft nur an Halloween denken, wenn es spontan antworten soll, was ihm zum Thema Kürbis einfällt.

Weichschaliger Steirischer Ölkürbis © Ernst Frühmann

Weichschaliger Steirischer Ölkürbis © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

 Zum Unterschied zu vielen anderen Heilpflanzen ist die Teezubereitung aus den Kürbissamen nicht üblich. Kürbissamen aus den weichschaligen Arten werden 1 – 3mal täglich esslöffelweise eingenommen. Die Samen sollten gut gekaut mit reichlich Flüssigkeit geschluckt werden. Der gute Geschmack von getrockneten Kürbiskernen erleichtert die Einnahme; eine Therapie über mehrere Monate ist sinnvoll.

Kalorienbewusste oder übergewichtige Menschen sollen die reichliche Energiezufuhr bei 3mal täglich 10 g Kürbiskernen nicht unterschätzen.

Die Fertigpräparate beinhalten außer zerkleinerten Samen auch Extrakte oder das Kürbiskernöl als wirksame Komponenten.

Positiv bewertet werden Kürbiszubereitungen bei folgenden Erkrankungen:

Bei der Reizblase, bei Miktionsstörungen – das sind Störungen beim Wasserlassen in verschiedenen Ausprägungen, wie häufigem Harndrang oder unvollständiger Entleerung der Blase – im ersten Stadium; im zweiten Stadium können Kürbiskerne oder deren Extrakte zusätzlich zur Unterstützung der heute gängigen Therapie mit chemischen Mitteln zur Anwendung kommen.

Bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH) – das ist eine gutartige Vergrößerung der Prostata, die zu Miktionsstörungen führt – können im Stadium I oder II Arzneimittel pflanzlicher Herkunft wie die Kürbissamen eingesetzt werden; diese führen zu subjektiven Verbesserungen der Symptome. Eine messbare Rückbildung der vergrößerten Prostata ist jedoch nicht zu erwarten. 

Da diese Erkrankung bei Männern ab dem 40. Lebensjahr auftreten kann, ist jedenfalls spätestens ab dem 50. Lebensjahr eine regelmäßige – jährliche – Untersuchung durch den Facharzt anzuraten. Laut Statistik ist bei 90 % der über 70-jährigen Männer diese Erkrankung (BPH) nachweisbar.

Weichschaliger Steirischer Ölkürbis © Ernst Frühmann

Weichschaliger Steirischer Ölkürbis © Ernst Frühmann

Zusammenfassung 

Die Samen vom weichschaligen Kürbis werden nicht nur wegen ihres köstlichen Öles von Feinschmeckern geschätzt; sie enthalten auch wertvolle Stoffe, die zur Behandlung von Blasenerkrankungen und Miktionsstörungen bei gutartigen Prostataerkrankungen eingesetzt werden. Verschiedene Kürbissorten haben wegen ihres guten Geschmacks in die feine Küche Einzug gehalten. Sowohl als frisches Gemüse als auch eingelegt für den Winter werden Kürbisse gerne verwendet.

Zaunrübe

Zaunrübe  © Ernst Frühmann

Beide Arten der Zaunrübe kommen heute in homöopathischen Zubereitungen zur Anwendung. Manche Therapeuten schreiben der rotfrüchtigen Art die bessere Wirkung zu, manche behaupten, dass die schwarzfrüchtige Art bessere Ergebnisse in der Behandlung bringt. Es geht sogar so weit, dass teilweise die frische Wurzel – vor der Blüte gegraben – zur Extraktherstellung bevorzugt wird und anderseits die frische – vor dem Austreiben geerntete – Wurzel zur Anwendung kommt.

Die Heimat der schwarzfrüchtigen Art (B. alba) liegt im Osten und Südosten Europas bis Persien, während die rotfrüchtige Art (B. dioica) von Mittel- und Südeuropa bis nach Nordafrika beheimatet ist. Die Bryonia alba ist eine einhäusige Pflanze, die Bryonia dioica weist schon, in ihrem Namen sichtbar gemacht, auf die Zweihäusigkeit hin. Weiters unterscheiden sie sich in den Farben der Früchte, und geringfügig in der Größe der Blütenkrone und in der Ausbildung der Mittellappen der Blätter. Der Name Bryonia kommt aus dem Griechischen – bryo, das wachsen oder sprießen bedeutet und sich auf die zahlreichen Sprosse bezieht, die im Frühjahr austreiben. Der deutsche Name Zaunrübe weist bereits auf die Form der rübenartigen Wurzel hin.

Zaunrübe  © Ernst Frühmann

Zaunrübe © Ernst Frühmann

Anwendung in der Homöopathie

Die Zaunrübe oder deren Extrakte sollen in der Phytotherapie nicht mehr zur Anwendung kommen; dafür haben sie hohe Bedeutung in der Homöopathie.

Bryonia passt gut zu Menschen, die leicht reizbar und jähzornig sind, die sich vor finanziellen Problemen fürchten, trotz Krankheit arbeiten gehen und in Ruhe gelassen werden wollen. Die Schmerzen, die sie bekommen sind stechend, reißend oder brennend; wenn sie etwas essen, schmeckt dieses bitter und liegt wie ein Stein im Magen – es wird auch oft gleich erbrochen. Schleimhäute fühlen sich trocken an mit rissigen Lippen und großem Durst nach Flüssigkeit. Durch Ärger oder Stress verkrampft sich die Rückenmuskulatur.

In der Homöopathie wird der Extrakt aus der frischen Wurzel von Bryonia dioica oder alba bei folgenden Beschwerden eingesetzt: bei grippalen Infekten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, trockenem Husten mit extrem stechenden Schmerzen, bei rheumatischen Erkrankungen, Verstopfung und Gallenbeschwerden.

Bryonia wird meist in Potenzen von D6 bis D12 – je nach Beschwerdebild – in mehrmaliger Gabe über mehrere Tage verabreicht.

Zaunrübe in der Volksmedizin 

Trotz der Giftwirkung der Zaunrübe wurde die Wurzel auch gegen verschiedene Krankheiten angewendet. Durch seine drastisch abführende Wirkung war sie als Abführmittel in Verwendung. Sie hat auch harntreibende und abortive (abtreibende) Eigenschaften. Es gibt Berichte, dass Sommersprossen im Gesicht verschwinden und äußerlich wurden folgende Krankheiten behandelt: Abszesse wurden ohne chirurgischen Eingriff durch das Auflegen eines Zaunrüben-Breies geöffnet, Ödeme und Schwellungen brachte man zum Abklingen. Rheuma und Gicht versuchte man innerlich und äußerlich zu behandeln.

Zaunrübe  © Ernst Frühmann

Zaunrübe © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die zwei Arten der Zaunrübe haben ihre Heimat von Mitteleuropa über Süd- und Südost-Europa bis Nordafrika oder Persien. Sie werden heute kultiviert und stehen an natürlichen Standorten. Durch den hohen Gehalt an tetracyclischen Triterpenen (Cucurbitacinen) in den rübenartigen Wurzeln werden sie als giftig eingestuft. In der volksmedizinischen Anwendung kam es immer wieder zu Vergiftungsfällen.

Extrakte – vorwiegend aus frischen Wurzeln – werden in homöopathischen Arzneimitteln angewendet, die der Behandlung von grippalen Infekten, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, trockenem Husten mit extrem stechenden Schmerzen dienen oder bei rheumatischen Erkrankungen, Verstopfung und Gallenbeschwerden eingesetzt werden.

Weiden

Weide © Ernst Frühmann

Diese Familie ist mit rund 500 Arten sehr formen- und artenreich. Daher versuchte man, diese große Gruppe in drei Untergattungen zu unterteilen.

In der ersten Untergattung (Salix) finden wir die Salixarten, die in der Natur als Bäume oder hohe Sträucher vorkommen; dazu gehören z.B. die Silberweide (S. alba), die Bruchweide (S. fragilis), die Lorbeerweide (S. pentandra) und die amerikanische Black Willow Weide (S. nigra).

Zur zweiten Untergattung zählen niedrige Sträucher und kleine Weidenbäume. Sie ist die artenreichste Gruppe. Zu dieser Untergruppe zählen Weiden wie die Schwarzweide (S. nigricans), die Grauweide (S. elaeagnos), die Reifweide (S. daphnoides), die Purpurweide (S. purpurea) und die Salweide (S. caprea).

Die dritte Untergattung umfasst alle alpinen oder arktischen Formen, die vom Wuchs niedrig sind und sich auch in den Blattformen unterscheiden. Es sind niederliegende, kriechende Sträucher oder Zwergsträucher.

Zur Drogengewinnung eignen sich fast alle vorhin genannten Salixarten. Verwendung finden Blätter, Kraut oder Rinden. Es ist aber ein Mindestgehalt an Salicinverbindungen – mindestens 1,5 % – gefordert und damit kommt es schon zu Einschränkungen. Die Korbweide (S. viminalis) erreicht meist nicht die geforderten Salicinwerte.

Einige Arten – etwa S. alba und S. purpurea – sind auch die Ausgangspflanzen für homöopathische Zubereitungen.

Weide © Ernst Frühmann

Weide © Ernst Frühmann

Wirkungen und Medizinische Verwendung

Die Inhaltsstoffe der Weiden haben fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzstillende Eigenschaften. Daraus ergibt sich, dass medizinisch anerkannt leichte Kopfschmerzen, leichte fieberhafte Erkältungs- und Infektionskrankheiten, durch Entzündungen hervorgerufene Schmerzen oder akute und chronische rheumatische Beschwerden mit Zubereitungen aus der Weidenrinde günstig beeinflusst werden. Die Salicinverbindungen werden erst in der Leber zu Salizylsäure, dem eigentlichen Wirkstoff bei oben genannten Indikationen, umgewandelt.

Mit einem Gehalt von 240 mg Salicin pro Tag lässt sich eine sehr gute schmerzstillende Wirkung bei schmerzhaften Problemen im Knie- oder Hüftbereich sowie bei Rückenschmerzen erzielen. Nebenwirkungen, die bei der Gabe der Acetylsalicylpräparate auftreten können, sind bei Extrakten aus der Weidenrinde wegen der guten Verträglichkeit nicht oder sehr selten zu erwarten. Dosierungen von 120 mg Salicin pro Tag sind aber das Minimum für eine Therapie, bei der auch eine Wirkung erzielt werden soll. Das bedeutet, dass bei einer Teezubereitung bei Verwendung einer Droge mit einem durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von 4 – 5 % 3 bis 4 g Droge pro Tag verwendet werden müssen.

Man vermutet, dass andere Wirkstoffe die Wirkung der Salicinverbindungen unterstützen, da 120 mg Salicin im Vergleich zur Dosis bei Behandlungen mit Acetylsalicylsäure sehr niedrig ist.

Weidenrindenextrakte wirken auch antioxidativ und als Radikalfänger; dies wurde eindeutig nachgewiesen. Nun wird auch diskutiert, ob die Extrakte eine günstige Wirkung auf die Knorpelsubstanz der Gelenke haben.

Die Gerbstoffe können bei Personen, die einen empfindlichen Magen haben, problematisch sein. Andererseits kommen Weidenrindenextrakte wegen der Gerbstoffe äußerlich zur Beruhigung entzündeter Haut oder als Bad bei Hämorrhoidalerkrankungen mit Erfolg zur Anwendung.

Nebenwirkungen: Die Gerbstoffe können gastrointestinale Beschwerden auslösen; die Salicylate können in wenigen Fällen auch Asthma, Rhinitis und Urticaria auslösen. In der Schwangerschaft soll die Droge nicht verwendet werden.

Teezubereitung: 1 bis 2 Teelöffel werden mit 200 ml kaltem Wasser angesetzt; es wird zum Sieden erhitzt, anschließend lässt man 5 Minuten ziehen und seiht dann ab; man trinkt mehrmals täglich eine Tasse.

Als Ergänzung zu Weidenrindentee ist die Gabe von schweißtreibenden Tees wie Linden – oder Holunderblüten angebracht.

Weide © Ernst Frühmann

Weide © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Bei der Weidenrinde handelt es sich um Rinden von verschiedenen Weidenarten mit sehr unterschiedlichem Gehalt an Wirkstoffen. Es ist ein Mindestgehalt von 1,5 % Salicinverbindungen gefordert.

Die Gabe von Weidenrinde ist sinnvoll bei fieberhaften Erkältungskrankheiten, leichtem Kopfschmerz, rheumatischen Erkrankungen oder Erkrankungen, die durch Entzündungen verursacht sind.

Die erforderliche Dosis liegt zwischen 120 und 240 mg Salicinverbindungen pro Tag.

Edelkastanie

Edelkastanie © Ernst Frühmann

Wenn auch die Wirkungen der Edelkastanie durch die Kommission E nicht anerkannt wurden, haben die Blätter dieses Baumes doch in der Volksmedizin Bedeutung erlangt – und auch heute werden Extrakte in Arzneimitteln angeboten. In der Bachblütentherapie haben die Blüten von „Sweet Chestnut“ ihren festen Platz.

Obwohl die Edelkastanie nicht zu den Heilpflanzen zählt, die bei Hustenerkrankungen ein Mittel der ersten Wahl ist, sollte sie doch auch einmal im Vordergrund stehen. Sicher ist aber, dass deren stärkereiche Nussfrüchte über viele Jahrhunderte das wichtigste Nahrungsmittel für die Landbevölkerung in verschiedenen südlichen Regionen Europas waren. Schauen wir heute auf süße, köstliche Nachspeisen auf der Speisekarte, dann stoßen wir oft auf Torten, Kuchen und Desserts, in denen Maroni den Geschmack bestimmen oder verfeinern. Oder wandern wir im Winter durch die zahlreichen weihnachtlich geschmückten Einkaufsstraßen – Maronibrater werden uns immer mit dem verlockenden Duft und Geschmack der Maroni begleiten.

Im 20. Jahrhundert hat der Kastanienrindenkrebs den Beständen der Kastanienwälder zugesetzt. Glücklicherweise haben sich die Bedingungen geändert und die Kastanienkulturen konnten sich in den letzten Jahrzehnten deutlich erholen. Allein Italien erntet über 50.000 Tonnen dieser köstlichen Früchte.

Edelkastanie © Ernst Frühmann

Edelkastanie © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung 

In der Volksmedizin werden Kastanienblätter oder deren Extrakte seit langer Zeit bei Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege eingesetzt und damit Bronchitiden und Keuchhusten behandelt. Sie sollen auch bei Beinbeschwerden und Durchblutungsstörungen wirksam sein; man kennt auch die Anwendung bei Durchfallerkrankungen oder auch als Gurgelmittel bei Entzündungen im Halsbereich.

Diese Anwendungen zeigt uns die Erfahrungsmedizin, da derzeit noch keine wissenschaftliche Anerkennung durch fundierte Studien besteht.

Teeherstellung: 3 g (2 gehäufte TL) fein geschnittene Blätter werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen, man lässt kurz ziehen und seiht dann ab; oder man setzt die Blätter mit kaltem Wasser an, erhitzt bis zum Kochen und seiht dann ab.

Bachblüten:

Die Edelkastanie spielt in der Bachblütentherapie dann eine Rolle, wenn Menschen in depressiven Zuständen an Grenzen stoßen, die nicht überwunden werden können und in Situationen sind, in der sie keinen Ausweg sehen. Lebenskrisen, Mutlosigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und innerer Schmerz, den sie zu verbergen suchen, kennzeichnen diese Menschen, deren neues Ziel Mut und Hoffnung für die Zukunft und neue Perspektiven sein müssen.

Anwendung als Nahrungsmittel

Alleine in Frankreich unterscheidet man 700 Sorten von Maroni. In der Ernährung können diese für Zöliakie-Patienten auch ein glutenfreier Mehlersatz sein. Einen festen Platz haben diese Maroni aber auch in der Küche als Beilage mit Rotkraut zu Gänsebraten und Truthahn. Besonders viele Möglichkeiten eröffnen sich mit Maroni in der Zubereitung von Desserts.

Edelkastanie © Ernst Frühmann

Edelkastanie © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Edelkastanie ist eine alte Kulturpflanze aus dem Raum östlich des Schwarzen Meeres, die im Mittelmeerraum heimisch geworden ist und sich bis in die warmen Regionen Mitteleuropas ausgebreitet hat.

In der Volksmedizin kommen die Blätter bei Hustenerkrankungen zur Anwendung. Aber auch in der Bachblütentherapie hat die Edelkastanie bei depressiven Zuständen ihren Platz.

Die Maroni können wertvoller glutenfreier Mehlersatz sein oder dienen als schmackhafte Zuspeise oder Grundlage für viele köstliche Desserts.

Passionsblume

Passionsblume © Ernst Frühmann

In Regionen, die keinen Winter mit Frost kennen und die von sonnenhungrigen Urlaubern in bei uns kühlen Monaten gerne besucht werden, ist jene Heilpflanze beheimatet, die viele Menschen als mildes Beruhigungsmittel schätzen. Die Farbenpracht der Blüten und die außergewöhnliche Form von Pflanze und Blüte haben die Phantasie bei der Namensgebung beflügelt, diese Pflanze aber auch zur Zierpflanze in allen Erdteilen gemacht.

Die Familie der Passionsblumengewächse hat über 500 Arten, deren Blütenblätter in verschiedenen Farben von weiß über Blau- und Rottöne unsere Augen erfreuen.

Passionsblume © Ernst Frühmann

Passionsblume © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Anerkannte Wirkungen sind die mild beruhigende Wirkung bei nervöser Unruhe, bei leichten Einschlafstörungen, Angstzuständen, Neurasthenie (Nervenschwäche mit leichter Reizbarkeit), neurovegetativer Dystonie oder auch als begleitende Maßnahme bei nervös bedingten Problemen des Magen-Darmtraktes oder leichten Herzbeschwerden.

Bei Nervosität und ähnlich gelagerten Problemen ist eine Kombination von Passionsblumenkraut mit Melissenblättern, Hopfen oder Baldrianwurzel zur Wirkungserweiterung sicher günstig.

Ebenso günstig kann es sein, statt der Teezubereitung Passionsblumenurtinktur mit Baldrian-, Pomeranzenschalentinktur und Johanniskrautfluidextrakt zu wählen und davon mehrmals täglich 20 – 30 Tropfen einzunehmen.

Bei der Teezubereitung nimmt man 2 g Passionsblumenkraut für eine Tasse (150 ml) Tee – als Infus zubereitet. Eine Dosis von 4 – 8 g auf den Tag verteilt ist sinnvoll.

Häufig kommen Passiflora-Urtinktur oder niedrige Potenzen in homöopathischen Einzelmitteln oder Kombinationen als Mittel gegen Schlaflosigkeit zur Anwendung.

Nebenwirkungen sind bei geprüften Drogen nicht bekannt. Es gibt aber in der Literatur Berichte, die die Pflanze mit Ausnahme der Früchte als giftig einstufen. Dies dürfte daran liegen, dass Wurzelanteile mitverarbeitet wurden. In den Wurzeln können höhere Konzentrationen von cyanogenen Glykosiden vorhanden sein.

Bei einer ordnungsgemäßen Droge dürfen nur Blätter und Stängelanteile – keine Wurzelanteile – verwendet werden; damit treten die oben genannten Probleme nicht auf.

Passionsblume © Ernst Frühmann

Passionsblume © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Passionsblume ist eine Kletterpflanze, die vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen kultiviert wird.

Als Teezubereitung, homöopathische Tinktur oder Extrakt eignet sich Passionsblumenkraut – ohne Wurzel – aufgrund der mild beruhigenden Wirkung hervorragend als Tagesberuhigungsmittel oder als Mittel bei leichten Einschlafstörungen.

Die Anwendung ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern angezeigt.

Rosenwurz

Rosenwurz © Ernst Frühmann

Einige Heilpflanzen sind als sogenannt adaptogen wirksam bekannt. Dazu gehören der Ginseng, die Taigawurzel oder auch Sibirischer Ginseng genannt und eben auch die Rosenwurz. Die letzten beiden Pflanzen wurden sehr intensiv in Russland erforscht. Man suchte ganz einfach – auch für die Raumfahrt – Drogen, die die körperliche und geistige Leistungsbereitschaft fördern und vor allem den Körper in Stresssituationen widerstandsfähiger machen.

Da diese Pflanze, die in vielen anderen Arten in der Natur vorkommt, auch im arktischen Raum häufig zu finden ist, waren es eben die Bewohner der Sowjetunion bzw. Russlands, die dieser Heilpflanze mit großem Interesse begegneten; letztendlich gibt es aber nicht genügend wissenschaftlich anerkannte Studien, sodass es derzeit Produkte mit Extrakten der Rosenwurz gibt, die „nur“ als traditionelle Arzneimittel zugelassen sind.

Als Adaptogene werden jene Heilpflanzen bezeichnet, die den Körper gegen verschiedene Stressoren widerstandsfähiger machen; diese erhoffte Wirkung ist nicht auf eine bestimmte Krankheit gerichtet, sondern stellt ein Modell dar, das dem Körper in der Bewältigung verschiedener Lebenssituationen behilflich ist und schädigende Einflüsse – wie verstärkte Radikalbildung durch Oxidationsprozesse – weitgehend abfedert.

Rosenwurz © Ernst Frühmann

Rosenwurz © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung 

Die Extrakte der Rosenwurz in Nahrungsergänzungsmitteln oder traditionellen Arzneimitteln kommen bei zeitweilig auftretenden Symptomen von Stress mit den Folgen von Schwäche oder Erschöpfung zur Anwendung. Diese Produkte können kurmäßig über mehrere Wochen eingenommen werden. Die optimale Dosierung liegt nach den Erfahrungen bei 200 mg Extrakt pro Kapsel; günstig ist die Einnahme von einer Kapsel ½ Stunde vor dem Frühstück und eventuell ebenso vor dem Mittagessen. Es hat sich bewährt, dass die Extrakte in der ersten Tageshälfte eingenommen werden. Die Erfahrung zeigt auch, dass es günstig ist, die Einnahme dieser Extrakte einige Tage vor der erwarteten Stressbelastung zu beginnen und auch ein paar Tage darüber hinaus fortzusetzen.

Hinweise:

Diese Extrakte sollen nur von Erwachsenen eingenommen werden.

Bei zu hohen Tages-Dosen und einer Einnahme vor dem Schlafengehen kommt es durch die anregende Wirkung eventuell zu Schwierigkeiten beim Einschlafen.

Keine Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Sollte es nach 14-tägiger Einnahme nicht zur Besserung der Symptome kommen, ist ein Gespräch mit einem Arzt zu suchen.

 

Rosenwurz © Ernst Frühmann

Rosenwurz © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Rosenwurz hat ihre Heimat in den Bergregionen Eurasiens und Nord-Amerikas bzw. in deren arktischen Gebieten. In den Ländern Skandinaviens und in Russland hat die Einnahme dieser Heilpflanze in der Volksmedizin eine lange Tradition. Im 18. Jahrhundert wurde die Rosenwurz auch in die Arzneibücher in Frankreich und Schweden aufgenommen.

Entscheidend für die Wirkung ist der Anteil an Salidrosid und der Rosavine. Diese sind in der Lage den Körper vor freien Radikalen zu schützen oder helfen den Menschen durch eine verbesserte geistige und körperliche Leistungsfähigkeit die Symptome von Stress besser zu verkraften.

Knoblauch

Knoblauch © Ernst Frühmann

Nur wenige Pflanzen haben in den letzten Jahrzehnten ähnlich große Aufmerksamkeit erregt und wissenschaftliche Ergebnisse über die Wirkung erbracht. Der Knoblauch, der von unseren Eltern und Großeltern in nativer Form oft zum täglichen Speiseplan gehört hat, mauserte sich in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts zum pflanzlichen Arzneimittel in verschiedenen Kombinationen mit anderen Heilpflanzen – Weißdorn oder Mistel – oder als Einzelmittel.

Der Name leitet sich aus dem Lateinischen her; das Wort Allium bedeutet als Gattungsname Lauch oder Knoblauch und hat mit olere = riechen einen klaren Zusammenhang. Der lateinische Beiname sativum steht für gesät oder angesät. 

Knoblauch © Ernst Frühmann

Knoblauch © Ernst Frühmann

Anwendung in der Medizin

Die Vielfalt der Inhaltsstoffe und der Wirkungen bzw. Wirksamkeiten ermöglicht Anwendungen in verschiedenen Indikationen.

So wird der Knoblauch bei Magen-Darmerkrankungen z.B. bei krampfartigen Schmerzzuständen im Darm, sowie Blähungen und Gärungsprozessen im Darm eingenommen; er wird bei leicht erhöhten Blutdruckwerten oder unterstützend zu einer Behandlung mit synthetischen Antihypertonika durch überadditive Effekte angewendet.

Man gibt ihn zur vorbeugenden Behandlung des Alterungsprozesses des Gefäßsystems (Arteriosklerose) oder bei peripheren, arteriellen Durchblutungsstörungen z.B. der Beine und bei erhöhten Cholesterinwerten oder zur Erhöhung des HDL-Spiegels.

Weiters kommt er als allgemein kräftigendes Mittel bei Leistungsminderung und allgemeiner Schwäche zum Einsatz und nach Herzinfarkten wurden in einer Studie eine bessere Genesung und eine geringere Anzahl von Reinfarkten belegt.

Neben der schon erwähnten unerwünschten Wirkung der Geruchsbelastung über Haut und Atemluft kann der Knoblauch in seltenen Fällen Magen-Darmbeschwerden oder allergische Reaktionen auslösen. Bei rund 10 % der Menschen können daher bei höheren Dosierungen Übelkeit, Erbrechen und Durchfälle auftreten. Auch Kreislaufprobleme sind möglich.

In der Homöopathie hat sich der Knoblauch bei Verdauungsstörungen, Beschwerden der Muskel, bei rheumatischen Erkrankungen und Entzündungen der unteren Luftwege bewährt.

Dosierung und Art der Anwendung

Allgemein wird eine Dosis von 4 g frischer Knoblauchzehen empfohlen. Wegen des Wasseranteils von rund 65 % sollte daher die Dosierung von getrocknetem Knoblauchpulver bei rund 1,3 g liegen.

Knoblauch wird in vielen Fertigpräparaten in Dosierungen angeboten, die bis zu 6 g frischem Knoblauch entsprechen und in einer einmaligen Tagesdosis genommen werden.

Die Kombinationen sind vielfältig. Wir finden den Knoblauch in Kombination mit Herz-Kreislaufmitteln wie Weißdorn und Mistel oder mit rutinhältigen Pflanzen und in Kombination mit Ginseng, Mineralstoffen wie Selen, Magnesium u. a. in aufbauenden, allgemein stärkenden Mitteln.

Das Angebot an Fertigarzneimitteln ist groß. Ihr Apotheker steht Ihnen sicher gerne zur ausführlichen Information zur Verfügung.

Knoblauch © Ernst Frühmann

Knoblauch © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Knoblauch hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem in der Volksmedizin beachteten Heilmittel zu einem in verschiedenen Indikationen geschätzten und wirksamen Arzneimittel entwickelt. Seine Wirkungen sind durch viele Studien abgesichert und belegt. Die gleichbleibende Qualität der standardisierten Knoblauchtrockenpulver hat einige Vorteile gegenüber der Einnahme von frischen Knoblauchzehen.

Wegwarte

Wegwarte  © Ernst Frühmann

Die Wegwarte ist eine Heilpflanze, die seit der Antike als Heil- oder Nutzpflanze Verwendung gefunden hat und der man viele Namen gegeben hat. Man nannte sie auch Zichorie, Wegeleuchte und Rattenwurz; aber auch Sonnenbraut, da sich ihre Blüten von zeitig in der Früh bis in den späteren Vormittag öffnen und der Sonne zugeneigt bleiben – wie die Braut ihrem Liebsten. Diese Eigenschaft nützte der berühmte Botaniker Carl von Linné auch bei der Pflanzung seiner Blumenuhr in Uppsala, da die Wegwarte im Sommer in Skandinavien von rund 5 Uhr bis 10 Uhr ihre Blüten geöffnet hat.

Aus der Wildform der Wegwarte züchteten die Menschen Kulturformen, die wir als Chicorée und als Radicchio kennen und in der Küche schätzen. Aber auch in Notzeiten waren die an Inulin reichen Wurzeln wertvoll; denn aus ihr röstete man in Kombination mit Gerste und Roggen einen Kaffeeersatz, der den unerschwinglichen echten Kaffee vom Geschmack her recht gut ersetzte, der aber keine anregende Coffein-Wirkung besitzt. Beim Rösten der Wurzel wird Inulin teilweise in Oxymethylfurfurol umgewandelt, das im Geschmack an Kaffee erinnert. 

Wegwarte  © Ernst Frühmann

Wegwarte © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung 

Wegwarteextrakte aus der Wurzel und aus dem Kraut werden als Tonikum amarum bezeichnet, das den Appetit fördert, zu einer gesteigerten Magensaftsekretion führt und damit auch zu einer verbesserten Verdauungs-Funktion bei dyspeptischen Beschwerden – wie bei Völlegefühl oder Druckgefühl im Oberbauch – beitragen kann. Durch die Kombination mit Löwenzahnwurzel und Pfefferminzblättern kann bei gestörtem Gallenabfluss und Leberstörungen die Wirksamkeit noch verbessert werden.

Teezubereitung

1,5 – 2,0 Gramm fein geschnittener Wurzel-Droge werden mit 150 ml kaltem Wasser übergossen, man erhitzt zum Sieden, lässt 2 – 3 Min kochen und seiht dann ab.

Der Tee wird als Bittertee ½ Std vor dem Essen getrunken und sollte nicht gesüßt werden.

Gegenanzeigen

Wenn eine Allergie gegen Wegwarte und andere Korbblütler vorliegt. Bei Gallensteinleiden darf die Wegwarte nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Homöopathie

In der Homöopathie werden die frischen oberirdischen Pflanzenteile zur Urtinktur verarbeitet und in potenzierter Form bei chronischen Lebererkrankungen verordnet. 

Bachblüten

Die Anwendung von Chicory soll Menschen, die sich gerne in den Vordergrund stellen, helfen, dass sie sich nicht mehr eigennützig in den Mittelpunkt stellen, sondern sich anderen auch uneigennützig zuwenden.

Wegwarte  © Ernst Frühmann

Wegwarte © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Wegwarte ist heute in weiten Teilen Europas, aber auch auf anderen Kontinenten zu finden. Als Tonikum amarum zählt diese Heilpflanze als Bittermittel zu den eher sanfter wirksamen verdauungsfördernden Mitteln.

Die Sesquiterpenlactone führen als Bitterstoffe zu einer Appetitanregung, einer verstärkten Magensaftsekretion und verbesserten Verdauungs-Funktion bei dyspeptischen Beschwerden.

 
 

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