Curaçao Aloe oder Echte Aloe

Aus der riesigen Anzahl von Aloearten (bis zu 450 Arten) in der Gattung Aloe sollen in diesem Artikel nur ein paar Arten stellvertretend herausgearbeitet werden, die entweder schon vor ein paar Jahrtausenden als Arznei oder Kosmetikum, in den letzten Jahrhunderten in der Medizin und in der Volksmedizin zur Herstellung von Arzneien, oder in den letzten Jahrzehnten als Nahrungsergänzungsmittel und in der Kosmetik Anwendung gefunden haben.
Und hier muss nun ein klarer Strich zwischen der Anwendung der Anthranoide oder des Gels, die beide aus den dicken Blättern der Aloe gewonnen werden, gezogen werden. Während die Anthranoide mit dem Aloin A und B wegen ihrer anerkannt abführenden Eigenschaften seit Jahrtausenden genutzt werden, aber aus dem Arzneischatz verschwunden sind, finden wir nun verstärkt unterschiedliche Zubereitungen der Gelfraktion in zahlreichen Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und in der Kosmetik.
Weil die Aloepflanzen die Gelfraktion auch als Wasserspeicher nützen, da sie in Regionen natürlich vorkommen, in denen den Pflanzen unregelmäßig Wasser zur Aufnahme zur Verfügung steht, zählt diese Gattung zu den sukkulenten Pflanzen. Die Gelstrukturen können wie ein Filetstück aus den Blättern herausgelöst und dann verarbeitet werden.
Die Aloearten wurden bisher der Familie der Affodillgewächse zugeordnet. Nun findet man in der Literatur, dass sie den Grasbaumgewächsen zugerechnet werden und die Familie der Affodillgewächse als Unterfamilie angegeben wird. Der Name Aloe bezog sich zur Zeit der Griechen und Römer auf die Bitterkeit des gelben Aloesafts. Da die Gelfraktion absolut frei von diesem Aloesaft und den darin enthaltenen, abführend wirksamen Anthranoiden sein muss, ist eine saubere Verarbeitung unerlässlich.

Aloe © Ernst Frühmann
Anwendung in der Medizin, Volksmedizin und Kosmetik
Wenn Anthranoide in angebotenen Fertigprodukten enthalten sind und dadurch auch eine laxierende Wirkung erreicht wird, dürfen diese nur über kurze Zeit angewendet werden.
In der Volksheilkunde wird Aloe vera Gel zwischen den USA über Indien bis nach China und Europa fast als Allheilmittel und Alleskönner angepriesen. Bei äußerlicher Anwendung reicht dabei die Empfehlung von Hautreizungen, Wundbehandlung über Verbrennungen, Sonnenbrand, bis zu unreiner Haut; auch in Kosmetikprodukten gilt dieses Gel als wertvoller Bestandteil. Durchaus sinnvoll darf bei Nasensprays zur Befeuchtung trockener Schleimhäute die Verwendung des Aloe vera Gels bewertet werden; besonders dann, wenn die Nasenschleimhäute bei chronischen Schnupfenzuständen durch austrocknende Nasensprays vorgeschädigt wurden. Bei innerlicher Anwendung sollte man aber kritisch den oft überzogenen Heilanpreisungen gegenüberstehen.
Nebenwirkungen – Wechselwirkungen – Gegenanzeigen – Hinweise
Für anthranoidhaltige Aloeextrakte ist die Liste der Hinweise sehr lang. Die Einnahme soll nur einige Tage dauern, Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren sollen Extrakte nicht einnehmen. Längere Einnahme oder eine höhere Dosis können krampfartigen Durchfall auslösen, der zu Kaliumverlusten und Elektrolytstörungen führen kann. Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten sind zu berücksichtigen. Reversible Pigmenteinlagerungen im Darm sind ebenso möglich wie eine Verfärbung des Urins.

Aloe © Ernst Frühmann
Zusammenfassung
Von ein paar hundert Aloearten werden nur ganz wenige Arten zur Gewinnung eines Extrakts mit den Anthranoiden Aloin A und B (meist aus der Kap-Aloe) oder eines anthranoidfreien Gels (überwiegend aus der Echten Aloe) verarbeitet. Während Anthranoidextrakte als Laxans kaum mehr zur Anwendung kommen, erfreuen sich anthranoidfreie Aloe vera Gelextrakte (äußerlich angewendet) bei verschiedenen Hautproblemen großer Beliebtheit. Die wissenschaftliche Anerkennung der Wirksamkeit ist derzeit noch offen.































