Ingwer

Zingiber officinale

Der Ingwer ist bei uns erst in den letzten Jahrzehnten durch die zunehmende Beliebtheit der asiatischen Küche so richtig bekannt geworden; man kann die scharfe, frische oder getrocknete Wurzel, kandierten oder eingelegten Ingwer in vielen Geschäften kaufen. Aber auch als Heilmittel ist der Ingwer in der westlichen Welt anerkannt. In der Ayurveda Medizin hat der Ingwer einen besonders hohen Stellenwert.

Über die Herkunft des Namens Zingiber gehen die Meinungen auseinander. Er könnte mit der malaysisch – tamilischen Bezeichnung für Wurzel zusammenhängen; der arabische Name gingebil leitet sich von Gingi – aus Indien – ab.

Ingwer © Ernst Frühmann

Ingwer © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Seit längerer Zeit schätzt man die Wirkung des Ingwerwurzelstocks auch in der westlichen Welt. Zu den neueren Anwendungsbereichen zählt die Verhinderung der Symptome von Reise- oder Seekrankheit, damit es nicht zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen kommt. Prinzipiell wäre der Ingwer auch bei Schwangerschaftserbrechen wirksam, soll aber in der Schwangerschaft nicht verwendet werden!!!

Anerkannt ist die Verwendung von Ingwer bei dyspeptischen Beschwerden, Appetitlosigkeit, zur verstärkten Bildung von Magensaft und damit besseren Bedingungen für eine normale Verdauung von Speisen.

Bestimmte Inhaltsstoffe der Scharfstoffe werden als wirksames Mittel bei Bilharziose eingesetzt, die durch tropische Saugwürmer verursacht wird.

Ayurveda Medizin

Der Ingwer zählt in Indien und auf Sri Lanka zu den bedeutenden Heilpflanzen; er kommt in verschiedenen Indikationen zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen der medizinischen Verwendung des getrockneten Rhizoms und der Anwendung von frischem Ingwer als Gewürz.

Unterschiedlich wird der Geschmack nach der Verdauung bewertet: getrocknet = süß, frisch = scharf; auch die Eigenschaften oder Qualitäten sind nicht einheitlich bei frischen und getrockneten Ingwerwurzeln.

Der getrocknete Ingwer verringert Vata und Kapha, hat einen scharfen Geschmack und wirkt auf den Körper erhitzend; diese Einstufungen hat auch die frische Ingwerwurzel.

In der Ayueveda Medizin gilt der Ingwer als stimulierend auf das Nervensystem, wirkt im Bereich der Atemwege Schleim reduzierend und Auswurf fördernd, hat auf das Verdauungssystem krampflösende, Speichelfluss fördernde Eigenschaften ist Appetit steigernd, karminativ, digestif und stomachisch. Weitere Wirkungen des Ingwers sind erhitzend, Fieber senkend, aphrodisierend und Milchfluss hemmend.

Zubereitung von Ingwer Tee:

0,5 – 1 Gramm grob gepulverte Ingwerwurzel werden mit 150 Milliliter siedendem Wasser übergossen; man lässt 5 Minuten ziehen, seiht ab und trinkt den Tee schluckweise.

Variante: Bei Neigung zu Erbrechen werden 2 Gramm gepulverte Droge mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Ingwer als Gewürz

Der Ingwer ist ein typisches Gewürz der fernöstlichen Küche. Er gehört zu Currygerichten und ist zusammen mit Knoblauch, Tamarinde, Kurkuma u.a. ein Bestandteil des indischen Tandoori, mit dem Geflügel oder Lammfleisch gewürzt wird.

Die fruchtige Schärfe des Ingwer, die zum Unterschied zu Pfeffer im Mund nicht brennt, macht ihn auch in unserer heimischen Küche zu einem interessanten Gewürz. Chutneys werden längst auch mit heimischen Zutaten zubereitet und zu Gerichten der europäischen Küche gereicht.

Man kann ihn auch zu Süßspeisen wie Konfitüren oder Fruchtsalaten geben oder getrocknet und gemahlen – dem englischen Gingerbread nachempfunden – dem Lebkuchengewürz hinzufügen.

Ingwer © Ernst Frühmann

Ingwer © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Ingwer ist eine wichtige Gewürz- und Heilpflanze aus den tropischen Gebieten, der auch in der westlichen Welt sehr geschätzt wird. Besonders hohe Bedeutung hat er in der Ayurveda Medizin in verschieden Indikationen. Die westliche Phytotherapie anerkennt seine Wirkung bei Symptomen der Reisekrankheit wie Schwindel und Erbrechen oder bei dyspeptischen Beschwerden. Als Gewürz kann der Ingwer zu Eintöpfen, Fleisch und Fisch oder zu Obstsalat gegeben werden.

 

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