Königskerze

Königskerze © Ernst Frühmann

Ein paar Arten der Gattung Königskerze (Verbascum) werden in der Medizin – besonders in der Indikation Hustenerkrankungen – als Heilmittel genützt. Im Unterschied zu vielen anderen hustenwirksamen Arzneipflanzen, die entweder bei Reizhusten oder produktivem Husten zur Anwendung kommen, besitzen die Wirkstoffe, die wir in den Blüten der großblütigen Arten der Königskerze finden, die Fähigkeiten, einerseits die gereizten Schleimhäute in Mund und Rachen zu beruhigen anderseits aber auch den Schleim, der bei entzündlichen Prozessen gebildet wird, in seiner Konsistenz so zu verändern, dass er leichter abgehustet werden kann.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur eine Art von Verbascum. Gefragt sind Arten mit großen Kronblättern, da die von Hand gepflückten Blüten bei dieser aufwändigen Arbeit etwas schneller geerntet werden können. Daher findet man neben der Großblumigen oder Großblütigen Königskerze (Verbascum densiflorum – früher auch als V. thapsiforme bezeichnet) auch die Gemeine Königskerze (Verbascum phlomoides) und auch die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) in den Arzneibüchern.

Königskerze © Ernst Frühmann

Königskerze © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die getrockneten Blüten stammen vorwiegend aus Kulturen. Ein hoher Anteil wird in Mittel- und Osteuropa geerntet oder stammt aus Ägypten. Begehrter sind die großblütigen Arten, die bei der händischen Ernte auch klar bevorzugt werden; die Blüten werden meist am späteren Vormittag geerntet, wenn die Blüten – eventuell nach Morgentau oder Regennässe – trocken sind. Nicht geerntete Kronblätter fallen bis zum Abend ab. Bei der Trocknung ist darauf zu achten, dass sich die Blüten nicht braun verfärben. In qualitativ einwandfreier Ware darf der Anteil an bräunlich verfärbten Blüten nicht über 5 Prozent liegen. Zusätzlich muss die Droge bei der Lagerung vor Feuchtigkeit gut geschützt werden.

Anerkannt ist die Wirksamkeit der Königskerze als pflanzliches Mittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen bei Katarrhen der Luftwege. Sie findet Verwendung bei Erkältungskrankheiten mit Husten, wenn eine durch die Schleimstoffe bedingte Reizmilderung auf die Schleimhäute erfolgen soll; günstig sind auch die schleimlösenden Eigenschaften der Saponine, die ein Abhusten von zähem Schleim begünstigen.

Königskerzenblüten werden häufiger Teemischungen zugesetzt und seltener als Monodroge eingesetzt. Hier kommt ihnen die Ambivalenz in der Wirkung entgegen, da sie sowohl in Kombination mit Schleimdrogen wie Eibisch, Malve oder Spitzwegerich durch die schleimlösenden Eigenschaften der Saponine die Wirksamkeit erweitern, als auch umgekehrt mit Husten lösenden Ätherischöl- oder Saponindrogen wie Fenchel, Thymian oder Primelwurzel einen Anteil an Schleimstoffen beisteuern, und damit den Reiz auf die Schleimhäute vermindern.

Bei akuten Beschwerden, die länger als 7 Tage andauern oder periodisch wieder auftreten, sollte unbedingt ein Arzt weitere Entscheidungen treffen.

In der Volksmedizin wird die Königskerze auch als harntreibendes Mittel verwendet, kommt in antirheumatischen Tees zur Anwendung, beruhigt entzündete Schleimhäute bei Heiserkeit und wird als Gurgelmittel oder als Wundheilung förderndes Mittel äußerlich genützt.

In der Homöopathie werden Zubereitungen aus der ganzen, frischen Pflanze bei Entzündungen der Atemwege oder der Nasennebenhöhlen, aber auch bei Neuralgien eingesetzt.

Königskerze © Ernst Frühmann

Königskerze © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Königskerze ist eine zweijährige Heilpflanze, deren gelbe Blüten fünf Kronblätter besitzen und deren Blüten von großblütigen Arten bevorzugt werden. Die Trocknung und Lagerung der Droge sollen mit großer Sorgfalt geschehen. Die Königskerzenblüten können in einer Teezubereitung alleine zur Anwendung kommen, finden sich aber viel häufiger in Husten- oder Brustteemischungen mit anderen hustenwirksamen Drogen. Anerkannt ist ihre Wirkung bei Katarrhen der Luftwege. In der Volksmedizin und in der Homöopathie kommen andere Anwendungsgebiete dazu.

Meisterwurz

Meisterwurz © Ernst Frühmann

Wer in den Alpen wandernd unterwegs ist und offene Augen für die Heilpflanzen in der Natur hat, der wird sicher oft bemerkt haben, dass die Meisterwurz von etwas über 1000 Metern Seehöhe bis zur Waldgrenze ein häufiger Begleiter am Wegesrand ist. Die Menschen der Alpenregion haben die Heilkräfte dieser aromatisch-bitter schmeckenden Heilpflanze vor langer Zeit erkannt und ab dem Mittelalter wurde ihre vielfältige Wirkung in höchsten Tönen gelobt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie auch Kaiserwurzel genannt wurde und sogar als göttliches Allheilmittel (Remedium divinum) tituliert wurde.

Der Wert der heilkräftigen Wurzel war im vergangenen Jahrtausend so hoch, dass man dafür ähnlich viel bezahlen musste, wie für Arnika, Enzian oder andere wichtige und begehrte Heilkräuter. Für das Graben der Wurzeln musste man eine Lizenz besitzen.

Die fehlende wissenschaftliche Anerkennung führte dazu, dass deren Verwendung im Vergleich zu den letzten Jahrhunderten deutlich abgenommen hat. Neuere Studien zur Wirksamkeit zeigen aber, dass die in der Volksmedizin beanspruchten Indikationsgebiete in wesentlichen Teilen berechtigt sein dürften.

Meisterwurz © Ernst Frühmann

Meisterwurz © Ernst Frühmann

 

ANwendung in der Volksmedizin

Die umfangreiche Anwendung der Meisterwurz beruht auf Erfahrungen, die in den letzten Jahrhunderten gemacht wurden. Sie wurde eingesetzt bei verschiedenen Erkrankungen im Bronchialbereich wie bei Verschleimung der Atemwege, sowohl innerlich als Tee als auch äußerlich zur Inhalation. Eines der Hauptanwendungsgebiete war der Bereich der Erkrankungen im Verdauungstrakt. Dazu gehörten Appetitlosigkeit, Magenverstimmungen, Blähungen und Magenkrämpfe. Häufig findet man auch die Verwendung als Gicht- oder Rheumamittel und die Meisterwurz ist als Wasser treibendes oder Schweiß absonderndes Mittel beschrieben. Gerne gab man sie als Fiebermittel, zur Steigerung der Abwehrkräfte des Körpers, zur Behebung von Schwächezuständen bei älteren Menschen, auch als Gegenmittel bei Vergiftungserscheinungen und nicht zuletzt als Potenz förderndes Stärkungsmittel.

Eine Anwendung bei Entzündungen der Magen- oder Darmschleimhäute und bei Gallensteinen sollte vermieden werden.

 

Bewährte zubereitungen aus der Meisterwurz:

Tee: 2 Teelöffel des getrockneten Wurzelstocks werden mit 250 Milliliter kaltem Wasser angesetzt und bis zum Kochen erhitzt; man lässt 10 Minuten zugedeckt ziehen; nach dem Abseihen trinkt man zweimal täglich den angenehm warmen Tee.

Herzwein: Schon die Hl. Hildegard von Bingen setzte die Meisterwurz als Wein-Zubereitung zur Stärkung von Herz und Kreislauf ein. In Kombination mit Petersilienkraut soll es auch zu einer leichten Senkung des Blutdrucks kommen.

Bronchialöl: bei Atemwegserkrankungen kann eine 20-prozentige Ölzubereitung ein wertvolles, äußerlich angewendetes Arzneimittel sein.

Verdauungsförderung: Entweder Speisen mit Meisterwurzblättern würzen oder mit Meisterwurzlikör die Produktion von Verdauungssäften fördern um dadurch fette Speisen besser zu verdauen.

Meisterwurz © Ernst Frühmann

Meisterwurz © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Meisterwurz ist eine mehrjährige Heilpflanze, auf die man im alpinen Bereich über 1000 Meter Seehöhe trifft. Sie war in den letzten 400 Jahren des zweiten Jahrtausends eine äußerst beliebte und geschätzte Heilpflanze; sie wurde in dieser Zeit von vielen Ärzten als Allheilmittel angesehen.

Aufgrund ihrer Wirk-/Inhaltsstoffe, dem ätherischen Öl, den Bitterstoffen und den Cumarinen gilt sie als aromatisches Bittermittel; sie wird und wurde in der Volksmedizin bei Atemwegserkrankungen, Problemen im Verdauungstrakt, bei Fieber- oder Schwächezuständen und zur Umstimmung des Stoffwechsels mit guten Erfolgen eingesetzt.

Wermut

Wermut © Ernst Frühmann

In der Gattung Artemisia gibt es einige Arten, die als Arzneipflanzen unterschiedlich große Bedeutung erlangt haben. Am bekanntesten ist wohl der Wermut, aber auch der Gemeine Beifuß (A. vulgaris), der in der Natur häufig zu finden ist, wird arzneilich und in der Küche verwendet. Beim Einjährigen Beifuß (A. annua) wird derzeit die Wirkung bei verschiedenen Erkrankungen diskutiert; die Eberraute (A. abrotanum) oder der Zitwer (A. cina) gehören auch zu den nahen Verwandten des Wermuts und sind in den Heilpflanzenbüchern präsent.

Der Wermut ist ein klassisches Beispiel für die Anwendung einer Arzneipflanze zum Wohle der Menschen, aber auch wegen seiner missbräuchlichen Verwendung, die zur Zerstörung menschlichen Lebens führen kann, wie dies mit alkoholischen Getränken in Form vom Absinth eindrucksvoll belegt ist. Der Wermut liegt aber auch als Amarum aromaticum im Spannungsfeld zwischen einer bitter schmeckenden Arznei als Tee oder Tinktur und einem geschmackvoll aromatisch-bitteren Aperitif.

Die im Volksmund für den Wermut verwendeten Namen wie Heilbitter, Magenkraut und Wurmkraut zeigen deutlich, welche Wirkungen dieser Pflanze in der Volksmedizin zugeschrieben wurden.

Wermut © Ernst Frühmann

Wermut © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Anwendungsgebiete dieser Heilpflanze erstrecken sich auf Probleme im Magen und im Bereich der Gallenwege. Der Wermut ist wirksam bei Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Verdauungsproblemen mit Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen, die durch Störungen der Gallenfunktion ausgelöst werden.

Bei Appetitlosigkeit sind sowohl Teezubereitungen mit Wermut alleine als auch in Kombination mit anderen Bitterstoffpflanzen angezeigt; auch Tinkturen sind bewährte alkoholhältige Arzneimittel.

Als aromatisches Bittermittel ist der Wermut auch zur Behandlung einer Gastritis, die mit verringerter Säurebildung einhergeht, geeignet.

Eine Anwendung sei noch erwähnt, die sich seit Jahrhunderten durch positive Erfahrungen bewährt hat. In der kalten Jahreszeit wird der Wermut häufig Teemischungen beigemengt, die der Behandlung grippaler Infekte dienen. In diesen Teezubereitungen hat der Wermut die Funktion, dem appetitlosen, geschwächten Menschen sein Wohlbefinden rascher zurückzubringen, dem Kranken wieder schneller auf die Beine zu helfen und damit die Dauer der Krankheit abzukürzen.

Es sollte nicht versucht werden, den bitteren Geschmack dieser Zubereitungen mit Zucker zu neutralisieren. Bei zu langer Anwendung kann sich eine Abneigung gegen den bitteren Wermut entwickeln.

Die Teezubereitungen mit Wermut (1 bis 3 Tassen täglich) werden gegen Verdauungsbeschwerden warm nach dem Essen getrunken. Wenn die Wermuttinktur bevorzugt wird, gibt man 20 bis 40 Tropfen in ein halbes Glas Wasser und trinkt davon schluckweise.

Die Teezubereitungen bei Appetitlosigkeit sind etwa 15 bis 30 Minuten vor dem Essen zu verabreichen; sie enthalten außer Wermut oft Tausendgüldenkraut, Bitterklee, Kalmuswurzel oder auch Zimtrinde und Orangenschalen.

Bei Erkrankungen der Galle werden den Teemischungen hingegen Löwenzahn, Pfefferminze, Schafgarbe, Artischocke und andere Heilpflanzen zugesetzt.

 Die Nebenwirkungen beim Wermut sind ernst zu nehmen und besonders bei Überdosierungen und bei der Gabe bzw. bei der Einnahme von ätherischem Wermutöl zu erwarten. Eine Überdosis führt oft zu Erbrechen oder Magen- und Darmkrämpfen; in schweren Fällen sind auch Benommenheit, Kopfschmerzen und zentrale Störungen beobachtet worden.

Da das im ätherischen Öl enthaltene, giftige Thujon schlecht wasserlöslich ist, sind bei Teezubereitungen – in therapeutischen Mengen angewendet – im Unterschied zu alkoholischen Zubereitungen praktisch keine Nebenwirkungen zu erwarten.

In der Schwangerschaft ist mit Wermutzubereitungen auch Vorsicht geboten.

Wermut © Ernst Frühmann

Wermut © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Wermut stammt zum größten Teil aus feldmäßigem Anbau in Osteuropa und kaum aus Wildbeständen. Er gilt als aromatisches Bittermittel. Seine Anwendung als Arzneimittel zur Verbesserung der Gallenproduktion und Regulierung des Gallenflusses ist wissenschaftlich anerkannt. Er kommt daher bei Verdauungsproblemen mit Krämpfen, Völlegefühl und Blähungen, die durch Störungen der Gallenfunktion ausgelöst werden, zur Anwendung. Aufgrund der Bitterstoffe eignet sich der Wermut als appetitanregendes Arzneimittel, aber auch als geschmackvoller Aperitif vor einer Mahlzeit und als Digestivum nach einem eventuell zu üppigen Essen.

Ingwer

Ingwer © Ernst Frühmann

Der Ingwer ist eine Pflanze, die ursprünglich den tropischen und subtropischen Lebensraum bevorzugte, nun aber auch in zunehmend wärmeren Regionen Einzug gehalten hat. Da die Ingwerwurzeln in großen Mengen als Gewürz zur Verbesserung der Verdauung von Speisen angewendet werden, findet man besonders in Asien großflächige Anbaugebiete. Derzeit werden jährlich an die fünf Millionen Tonnen geerntet und Indien ist auch der größte Verbraucher dieser Wurzeln mit dem charakteristisch scharfen Geschmack, der aber – je nach Anbauregion – deutlich schärfer sein kann oder zitronenartiger schmeckt.

Der Ingwer ist aber auch ein Heilmittel, das in Asien in der traditionellen Chinesischen Medizin oder in der Ayurvedamedizin seit Jahrtausenden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen geschätzt und erfolgreich eingesetzt wird. In den letzten Jahrhunderten hat man seinen arzneilichen Wert auch in Europa anerkannt und nützt seine Wirkung in der Medizin bei einigen Erkrankungen. Bei allen Vorteilen der Ingwerwurzel für die Gesundheit darf man nicht übersehen, dass es in der Anwendung auch Einschränkungen gibt, die beachtet werden sollten.

Ingwer © Ernst Frühmann

Ingwer © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Seit längerer Zeit schätzt man die Wirkung des Ingwerwurzelstocks auch in der westlichen Welt. Zu den neueren Anwendungsbereichen zählt die Verhinderung der Symptome von Reise- oder Seekrankheit, damit es nicht zu Schwindel, Übelkeit und Erbrechen kommt. Hier kann ein Phytotherapeutikum mit 250 Milligramm gepulverter Wurzeldroge pro Kapsel angewendet werden (Erwachsene bis maximal 8 Kapseln täglich) oder man schluckt 2 Gramm gepulverte Droge mit etwas Flüssigkeit.

Prinzipiell wäre der Ingwer auch bei Schwangerschaftserbrechen wirksam, soll aber in der Schwangerschaft nur nach Verordnung verwendet werden!!!

Anerkannt ist die Verwendung von Ingwer bei dyspeptischen Beschwerden, Appetitlosigkeit, zur verstärkten Bildung von Magensaft und damit besseren Bedingungen für eine normale Verdauung von Speisen.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Ingwer und blutverdünnenden Arzneimitteln, da dadurch das Blutungsrisiko erhöht wird. Eine Absprache mit dem Arzt ist daher sinnvoll.

Ayurveda Medizin

Der Ingwer zählt in Indien und auf Sri Lanka zu den bedeutenden Heilpflanzen; er kommt in verschiedenen Indikationen zum Einsatz. Man unterscheidet zwischen der medizinischen Verwendung des getrockneten Rhizoms und der Anwendung von frischem Ingwer als Gewürz.

In der Ayurveda Medizin gilt der Ingwer als stimulierend auf das Nervensystem, wirkt im Bereich der Atemwege Schleim reduzierend und Auswurf fördernd, hat auf das Verdauungssystem krampflösende, Speichelfluss fördernde Eigenschaften, ist Appetit steigernd, karminativ, digestif und stomachisch. Weitere Wirkungen des Ingwers sind erhitzend, Fieber senkend, aphrodisierend und Milchfluss hemmend.

Ingwer als Gewürz

Der Ingwer ist ein typisches Gewürz der fernöstlichen Küche. Er gehört zu Currygerichten und ist zusammen mit Knoblauch, Tamarinde, Kurkuma u.a. ein Bestandteil des indischen Tandoori, mit dem Geflügel oder Lammfleisch gewürzt wird.

Die fruchtige Schärfe der Ingwerwurzel, die zum Unterschied zu Pfeffer im Mund nicht brennt, macht ihn auch in unserer heimischen Küche zu einem interessanten Gewürz. Chutneys werden längst auch mit heimischen Zutaten zubereitet und zu Gerichten der europäischen Küche gereicht. Man kann ihn auch zu Süßspeisen wie Konfitüren oder Fruchtsalaten geben oder getrocknet und gemahlen – dem englischen Gingerbread nachempfunden – dem Lebkuchengewürz hinzufügen.

Ingwer © Ernst Frühmann

Ingwer © Ernst Frühmann

Zusammenfassung 

Der Ingwer ist eine wichtige Gewürz- und Heilpflanze aus den tropischen Gebieten, der auch in der westlichen Welt sehr geschätzt wird. Besonders hohe Bedeutung hat er in der Ayurveda Medizin in verschieden Indikationen. Die westliche Phytotherapie anerkennt seine Wirkung bei Symptomen der Reisekrankheit wie Schwindel und Erbrechen oder bei dyspeptischen Beschwerden. Als Gewürz kann die Ingwerwurzel zu Eintopfgerichten, Fleisch und Fisch oder zu Obstsalat gegeben werden; Freunde der Geschmacksrichtung süß und scharf schätzen in dunkle Schokolade getunkte Ingwerwurzel.

Süßholz

Süßholz © Ernst Frühmann

Seit Jahrtausenden wird die Wurzel des Süßholzes als Arzneimittel geschätzt und genutzt. Entsprechend ihrem Vorkommen in Asien, Europa und Nordamerika finden sich etwa 30 Arten in unterschiedlichen Regionen. Davon werden drei Arten in Asien und Europa medizinisch genützt. Während G. inflata und G. uralensis in Ostasien beheimatet sind, ist G. glabra vom Mittelmeerraum bis zum Iran dominierend und auch die klassische Arzneidroge dieser Region.

Bei den Chinesen zählt das Süßholz zu den einhundertzwanzig bedeutendsten Heilpflanzen. In Ägypten hatte zur Zeit der Pharaonen das Süßholz eine derart hohe Bedeutung, dass man Süßholzwurzeln zur Vorbereitung auf das Jenseits mit ins Grab legte; das belegen Funde im Grab des Tut-ench-Amun.

Süßholz © Ernst Frühmann

Süßholz © Ernst Frühmann

Anwendung in der Medizin

Die Süßholzwurzel und deren Extrakte oder isolierte Wirkstoffe eröffnen durch ihre unterschiedliche Wirkung sowohl Anwendungen an verschiedenen Organen als auch in einigen Indikationen.

Durch die Wirkung der Triterpensaponine, verschiedener Isoflavane und Isoflavone gelten Extrakte aus der Wurzel als gutes Heilmittel bei Husten und Bronchialkatarrhen oder Entzündungen im Bereich der oberen Luftwege.

Gute Erfolge erreicht man mit Süßholzextrakten auch bei Magengeschwüren oder Gastritis und in der vorbeugenden Behandlung dieser Erkrankungen. Die dabei notwendige entzündungshemmende Wirkung kommt von der Glycyrrhizin- und der Glycyrrhetinsäure, die aber auch noch andere Eigenschaften besitzen, die sich günstig auf den Heilerfolg auswirken.

Ein weiterer Anwendungsbereich sind Entzündungen der Haut oder der Schleimhäute im Mund und Rachen – einschließlich der Behandlung der Aphten. Auch bei Fieberblasen versuchte man mit Gelen eine schnellere Abheilung zu erreichen.

Die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) nützt die getrocknete Süßholwurzel oder die in Honig geröstete Wurzel zur Entgiftung stärkerer Arzneien aber auch zur Stärkung von Milz, Lunge, Herz und Magen.

Im ostasiatischen Raum wird die Glycyrrhizinsäure mit zwei weiteren Wirkstoffen als Infusion erfolgreich zur Behandlung der chronischen Hepatitis und Leberzirrhose eingesetzt. Dabei zeigt sich, dass bestimmte Wirkstoffe in der Behandlung der Hepatitis A und C als antiviral und antihepatotoxisch eingestuft werden können.

In der COVID-19-Pandemie zeigte sich eine weitere wertvolle Eigenschaft der Wirkstoffe der Süßholzwurzel. Es konnte bewiesen werden, dass mit Süßholzextrakten die Virusanheftung und -vermehrung unterdrückt wird, die Immunantwort und der Schutz bestimmter Organe gestärkt werden, Entzündungen gebremst und gebildete Toxine besser eliminiert werden.

Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

 Die Anwendung der Süßholzwurzel darf nicht unkritisch und bedenkenlos erfolgen.

Zubereitungen sollen in der Schwangerschaft, bei Bluthochdruck, bei schwerer Nierenfunktionsschwäche, bei einem niedrigen Kaliumgehalt im Blut, bei Leberzirrhose oder einer Lebererkrankung, die durch Gallenstauung entstanden ist, nicht zur Anwendung kommen.

Zu den Nebenwirkungen zählen, dass bei längerer Anwendung Wasser und Natrium stärker im Körper zurückgehalten werden, weiters Kaliumverlust mit Bluthochdruck, Ödeme und in seltenen Fällen eine Rotfärbung des Urins.

Auf Wechselwirkungen sollte man achten, wenn man wassertreibende Arzneimittel nimmt, die Kalium reduzieren; gleichzeitig ist zu beachten, dass bei niedrigem Kaliumspiegel die Einnahme von Herzmitteln aus Digitalis sorgfältig abgestimmt sein muss.

 

Süßholz © Ernst Frühmann

Süßholz © Ernst Frühmann

ZUSAMMENFASSUNG

Das Süßholz ist eine Heilpflanze, die in warmen Regionen der nördlichen Halbkugel beheimatet ist. Die Wurzeldroge stammt praktisch ausschließlich aus Kulturen. Rund 400 Inhaltsstoffe sind bekannt; einige, wie das Glycyrrhizin, haben besonders große Bedeutung in der medizinischen Anwendung. Wurzeldroge, Extrakte und Wirkstoffe finden Verwendung bei Bronchialerkrankungen, entzündlichen Erkrankungen im Magen-, Darm- und Hautbereich oder bei viralen Erkrankungen. Durch das Glycyrrhizin (50x süßer als Zucker) ist Süßholz auch ein Süßungsmittel oder Geschmackskorrigens.

Brombeere

Brombeere © Ernst Frühmann

Bei der Brombeere handelt es sich nicht um eine bestimmte, klar definierte einzelne Art, die wir in der Natur oder als Kulturpflanze antreffen können. Vielmehr findet man Brombeeren mit starken und oft unzähligen Stacheln oder aber auch stachellos, sieht deutliche Unterschiede in den Blattformen, Blütenfarben und -formen, in der Wuchshöhe oder auch in der Fruchtbildung. Daher wird derzeit auch die neue taxonomische Bezeichnung (Rubus sect. Rubus) zwischen der Gattung der verschiedenen Brombeeren und den Arten der Brombeeren geführt. Die in Europa beheimatete Brombeere (Rubus fruticosus L.) trägt – wie auch andere Heilpflanzen – im lateinischen Namen die Bezeichnung Aggregat (agg.); damit wird ausgedrückt, dass es sich um eine Sammelart handelt, die viele schwer unterscheidbare Arten zusammenfasst. Die große Vielfalt der Formen entsteht durch die Neigung zur Bastardierung; die Samen dieser oft stabilen Hybriden können sich auch ohne vorherige Befruchtung ausbilden. Auch vegetative Vermehrung ist möglich.

Brombeere © Ernst Frühmann

Brombeere © Ernst Frühmann

 

medizinische Anwendung

Die zur beginnenden Blüte gesammelten und getrockneten Brombeerblätter sind für Teezubereitungen in verschiedener Weise geeignet. Neben der häufigen Verwendung in den Haustees und als fermentierter Tee (Ersatz für Schwarztee) gelten zwei Anwendungsgebiete in der Medizin als anerkannt:

Bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen ist ein Teeaufguss ebenso angezeigt, wie das Spülen mit Tee bei leichten Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenbereich.

In der Volksmedizin wurden die Brombeerblätter in Teezubereitungen auch bei chronischer Blinddarmreizung, bei Erkrankungen der Atmungsorgane, zur Blutreinigung bei Hautausschlägen und gar nicht selten bei Zuckerkrankheit verabreicht.

Fermentierter Tee aus Brombeerblättern: Als Ersatz für Schwarztee lässt man die frischen Blätter kurz welken. Danach werden sie mit einem Rollholz zerdrückt, mit etwas Wasser angefeuchtet und in ein Leinentuch eingeknotet, das an einem warmen Platz aufgehängt wird; nach mindestens 2-3 Tagen – mit täglicher Nachbearbeitung – entsteht bei einem ordnungsgemäßen Fermentierungsvorgang ein an Rosen erinnernder, herrlicher Duft. Dann werden die fermentierten Blätter rasch fertig getrocknet und man lagert sie in dicht schließenden Dosen.

 

Teeherstellung:

2 Teelöffel Brombeerblätter werden mit 250 Milliliter kochendem Wasser übergossen. Man lässt 10 Minuten ziehen und seiht dann ab. Mehrmals täglich 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken.

Zum Spülen der Schleimhäute: mehrmals täglich mit dem lauwarmen Tee gurgeln.

Haustee: In einem Haustee werden Brombeerblätter und Himbeerblätter (bis zu 50%) mit in die Saison passenden, eher schwach wirksamen, gut schmeckenden Heilpflanzen gemischt. (Menschen mit träger Verdauung müssen den Gerbstoffanteil beachten!)

 

Brombeere © Ernst Frühmann

Brombeere © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Heimat der Brombeerstauden ist die gemäßigte Zone der nördlichen Hemisphäre. Die Brombeerblätter für die medizinische Anwendung stammen von Arten mit einem geringeren Anteil an Stacheln. Gerbstoffe sind für die anerkannten Anwendungsgebiete wichtige Inhaltsstoffe. Neben der Verwendung als Tee bei leichten Durchfallerkrankungen und entzündeten Schleimhäuten in Mund und Rachen, werden die Blätter häufig zu Haustees gemischt oder fermentierte Brombeerblätter als schmackhafter Tee getrunken.

Stechender Mäusedorn

Stechender Mäusedorn © Ernst Frühmann

Nach Schätzungen leben im deutschen Sprachraum rund sieben Millionen Menschen, die an einer chronisch venösen Insuffizienz, einer Venenschwäche, leiden. Erst in den letzten Jahrzehnten hat sich auch in Deutschland und Österreich die Verwendung des Mäusedorns aus der Familie der Spargelgewächse (früher: Mäusedorngewächse) stärker durchgesetzt. In Frankreich, Italien und auch in der Schweiz haben Produkte aus den unterirdischen Teilen dieser Heilpflanze eine lange Tradition in der Anwendung bei Venenbeschwerden.

Prinzipiell soll aber angemerkt werden, dass zur Behandlung bei Venen- oder Hämorrhoidalproblemen immer ein Gesamtpaket zur Anwendung kommen soll, in dem pflanzliche Heilmittel genauso ihren Platz haben sollen, wie andere therapeutische Maßnahmen. Zusätzlich ist es sinnvoll die Ursachen dieser Erkrankungen zu ermitteln und – wenn möglich – diese zu verhindern. Chronische Venenprobleme verlangen zusätzlich eine genaue Beachtung, da sie auch zu weiteren, schwerwiegenden Erkrankungen führen können.

Stechender Mäusedorn © Ernst Frühmann

Stechender Mäusedorn © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

In der medizinischen Therapie von Venenerkrankungen kommen ausschließlich – meist alkoholische – Extrakte oder Fertigarzneimittel, die die Ruscogenine in reiner Form als Inhaltsstoffe haben, in verschiedenen Arzneiformen zur Anwendung. Der getrocknete Wurzelstock eignet sich nicht zur Teeherstellung. Daher sind auch keine Teeprodukte im Handel.

Extrakte sollen in einer Tagesdosierung von 450 mg für Erwachsene eingenommen werden. Der Tagesbedarf an reinem Ruscogenin liegt um 10 mg pro Tag; diese Reinsubstanzen sind häufiger in Fertigpräparaten, die dann ebenso zur Behandlung von Hämorrhoiden angewendet werden.

Extrakte werden zur unterstützenden Behandlung der chronischen venösen Insuffizienz mit Erfolg eingesetzt. Dabei handelt es sich um Beschwerden wie Schmerzen und Schweregefühl in den Beinen, Schwellungen, nächtliche Wadenkrämpfe und Juckreiz. Unterstützend bedeutet, dass die üblichen Therapiemaßnahmen wie z. B. Beingymnastik, Venenstrümpfe, Hochlagern der Beine oder kühles Wasser zur Ergänzung einer sinnvollen Therapie gehören.

Die Gefahr von Nebenwirkungen der Ruscusextrakte ist bei oraler Gabe sehr gering; ganz selten können Übelkeit und Magenbeschwerden auftreten, wenige Fälle von Durchfallerkrankungen und ein Fall einer allergischen Reaktion auf eine Creme, die Ruscusextrakt enthielt, sind beschrieben.

In Österreich ist ein hochwertiges Fertigprodukt in Apotheken erhältlich, in Deutschland sind es mehrere, die Ruscusextrakte enthalten. Im Verhältnis zu anderen Naturstoffen – aus der Rosskastanie, dem Schnurbaum, dem Roten Weinlaub und anderen – hat der Stechende Mäusedorn im deutschsprachigen Raum nicht die Bedeutung, die er in den Ländern besitzt, in denen er in der Natur zu finden ist.

Stechender Mäusedorn © Ernst Frühmann

Stechender Mäusedorn © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Stechende Mäusedorn ist optisch eine sehr attraktive Pflanze, die auch botanisch interessant ist. Wenn man sich in ihrem Lebensraum bewegt, ist Vorsicht angesagt, da die Spitzen der Phyllokladien recht unangenehm stechen können.

Die Ruscogenine aus dem Wurzelstock sind zur unterstützenden Behandlung chronischer venöser Insuffizienz geeignet; allerdings ist die Pflanze nicht als Teedroge zu verwenden, sondern ausschließlich als Extrakt oder als Reinsubstanz in Fertigarzneimitteln.

Echter Kümmel

Kümmel © Ernst Frühmann

Wenn man unter dem Namen Kümmel in der Literatur sucht, finden sich sehr viele Bezeichnungen – je nach Region oder Land. So wird der Echte Kümmel auch als Wiesen-, Feld-, Gewöhnlicher-, Brot- oder Mattenkümmel bezeichnet.

Man muss aber den Echten Kümmel (Carum carvi) vom Kreuzkümmel (Cuminum cyminum) unterscheiden, den man auch Mutter-, Italienischen-, Römischen-, Spanischen-, Polnischen-, Welschen-, Ägyptischen Kümmel oder Kumin nennt.

Weiters sagt man noch zum Anis (Pimpinella anisum) auch Süßer Kümmel. Damit es nicht zu einfach wird, sollte noch der Schwarzkümmel (Nigella sativa) erwähnt werden, der auch wieder verschiedene Bezeichnungen trägt.

Es ist daher sehr wichtig zu wissen, dass mit der Bezeichnung Kümmel nicht selbstverständlich der Echte Kümmel gemeint ist.

Kümmel © Ernst Frühmann

Kümmel © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

In der Medizin gilt der Kümmel als gutes Magenmittel, das die Magensaftsekretion verbessert und damit zu einer verbesserten Verdauung der Speisen führt. Der Kümmel hat auch seinen berechtigten Platz bei dyspeptischen Beschwerden, die sich in leichten krampfartigen Beschwerden im Magen- Darmbereich, als Blähungen oder Völlegefühl äußern. Es kann auch sinnvoll sein den Kümmel mit anderen Heilpflanzen bei Gallenbeschwerden zu kombinieren.

In der Kinderheilkunde war der Kümmel bei Blähungen und krampfartigen Schmerzen bei Säuglingen als Tee beliebt. Da wissenschaftliche Daten dazu fehlen, gilt heute als Empfehlung, dass Zubereitungen aus Kümmelfrüchten bei Kindern über 12 Jahren und das Kümmelöl innerlich erst über 18 Jahren angewendet werden sollen.

Zäpfchen in anthroposophischen Arzneimitteln mit alkoholischem Kümmelextrakt werden für Säuglinge ab drei oder 12 Monaten angeboten; von einer Firma werden Zäpfchen mit Urtinktur aus Kümmelfrüchten auch unter drei Monaten z.B. bei Dreimonatskoliken beworben. Einschränkungen gelten auch für Schwangere und Stillende!

Gegenanzeigen

Sie gelten bei einer Allergie auf Doldenblütler und Beifuß oder Birke. Bei der Gabe von ätherischem Kümmelöl kann es zu einer Hemmung der Gallenblase kommen; daher ist ein Verzicht bei Gallensteinen, anderen Gallen- und Lebererkrankungen angezeigt!

Zubereitung von Kümmel Tee:

1,5 – 2,0 Gramm Kümmelfrüchte (ungefähr ½ Teelöffel) werden gequetscht oder zerstoßen und mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen. Man lässt 10 – 15 Minuten ziehen, wobei das Gefäß zugedeckt sein muss. Danach wird abgeseiht und der Tee gut warm getrunken. Erwachsene trinken 1-3 Tassen täglich.

Verwendung von Kümmelöl:

Das ätherische Öl des Kümmels kann zur Herstellung von Kümmelspiritus und anderen alkoholischen Zubereitungen eingesetzt werden. Es ist auch möglich, es in Salben oder ölige Zubereitungen einzuarbeiten, die dann bei Blähungen zur Anwendung kommen. Auch eine Besserung der Reizdarmsymtomatik wurde nachgewiesen.

In der Volksmedizin wird der Kümmeltee als milchbildendes und milchtreibendes, aber auch menstruationsförderndes Mittel gegeben.

Kümmel als Gewürz:

Die deutsche und österreichische Küche setzt auf besonders hohen Einsatz von Kümmel. Aber auch in anderen Ländern ist der Kümmel ein begehrtes Gewürz.

Die Früchte werden zunächst in der Gewürzmühle zerkleinert und rund 10 Minuten vor dem Ende des Garprozesses zugesetzt. Das Gewürz kann auch in einem Kräutersäckchen oder Teeei zugesetzt werden, damit man nicht auf harte Kümmelfrüchte beißt.

Der Kümmel alleine passt zu vielen Speisen, eignet sich aber auch für Speisen in Kombination mit anderen Gewürzen wie mit Knoblauch, Gewürznelken, Pfeffer, Wacholderbeeren oder Zwiebel. Er wird auch in verschiedenen fertigen Gewürzmischungen zum Würzen von Fleisch, Fisch, Gemüse, Brot usw. angeboten.

 

Kümmel © Ernst Frühmann

Kümmel © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Kümmel ist eine vorwiegend mehrjährige Heil- und Gewürzpflanze, die feuchte, kalkhältige Böden bevorzugt und von Mitteleuropa bis in den Norden häufig in der Natur zu treffen ist. Er ist auch gut kultivierbar. Zubereitungen aus dem Kümmel (Tee, Öle, Salben) finden von Säuglingen bis zu den Senioren Anwendung; seine krampflösenden und die Verdauung fördernden Eigenschaften werden sehr geschätzt.

Aus der deutschen und österreichischen Küche ist der Kümmel als Gewürz nicht wegzudenken. Er wird aber auch zur Herstellung von Likören und Branntweinen gebraucht.

Rotklee

Rotklee © Ernst Frühmann

In den letzten Jahrzehnten hat sich eine große Menge wissenschaftlich fundierter Studien mit der Wirkung der Isoflavone beschäftigt. Die dabei ermittelten Daten belegen eindeutig die Sicherheit dieser Naturstoffe – auch bei einer Langzeiteinnahme. Als selektive Estrogenrezeptor-Modulatoren (Phyto-SERMs) docken die Isoflavone aus dem Rotklee – und auch aus Soja – fast ausschließlich an den ß-Rezeptoren an und gewährleisten dadurch einen hohen Schutz des Brustgewebes, weil sie gegen eine Gewebevermehrung (antiproliferative Wirkung) gerichtet sind.

Der Rotklee ist eine Pflanze, die praktisch flächendeckend in Europa – vom hohen Norden bis in den Mittelmeerraum und von der Atlantikküste bis zum Ural – zu finden ist. Der Name hat einen klaren Bezug zur Form der Blätter und zum Vorkommen in der Natur. Im Hauptwort wird das Dreiblatt (tria, tres bzw. folium) benannt; im Beinamen findet sich das Vorkommen wie Wiese (pratense) oder Acker (arvense).

Wurden in den letzten Jahrhunderten vorwiegend die Gerbstoffe als nutzbringend angesehen, sind es heute die Isoflavone, die derzeit die medizinische Nutzung – meist als Nahrungsergänzungsmittel – bestimmen.

Rotklee © Ernst Frühmann

Rotklee © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Bei Studien hat sich gezeigt, dass Frauen in Asien bei sojareicher Ernährung mit Beschwerden, wie sie in den Wechseljahren auftreten, kaum konfrontiert sind. Es war naheliegend, nach Heilpflanzen zu suchen, die ähnliche oder gleichwertige Inhaltsstoffe haben. Rotkleeextrakte sind heute – nach dem weitgehenden Aussetzen der Hormonersatztherapie – eine Möglichkeit, die Beschwerden der Wechseljahre (auch als klimakterische Beschwerden bezeichnet) positiv zu beeinflussen und dieser Zeit mehr Lebensqualität zu geben.

60–80 % der Frauen leiden mehr oder weniger stark unter menopausalen Symptomen (Menopause ist die Zeit nach dem Aufhören der Regelblutung) wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit.

Während diese die Lebensqualität der Frauen stark beeinträchtigenden Beschwerden durch die Hormonersatztherapie sehr gut zu behandeln waren, wird nun auch der Erfolg mit den pflanzlichen Mitteln aus dem Rotklee (und auch Soja) auch in zahlreichen Studien mit einer Vielzahl an Anwenderinnen positiv bewertet.

Man darf eine positive Wirkung bezüglich einer Verbesserung der Konzentration und der Stimmung erwarten; eventuell kann man auch mit besserem Schlaf rechnen. Es gilt als gesichert, dass Beschwerden wie Hitzewallungen und Schweißausbrüche (Thermoregulation) bei der Einnahme von Präparaten mit bis zu 90 mg Isoflavonen als Aglyka aus dem Rotklee abnehmen und auch eine höhere Resistenz gegen Stress erreicht wird.

Man erwartet sich bei der Einnahme vom Extrakt noch positive Effekte auf den Knochenstatus, da die fortschreitende Osteoporose ein gravierendes Problem dieser Altersgruppe darstellt. Mehr Bewegung in dieser Lebensphase ist sicher eine deutliche Unterstützung der pflanzlichen Therapiemöglichkeiten.

Eine langfristige Anwendung von Rotkleepräparaten ist aus der heutigen Sicht möglich und scheint durch äußerst zahlreiche Studien abgesichert.

Da es sich in den meisten Fällen um rezeptfreie Fertigpräparate handelt, sind diese ohne Verordnung als Nahrungsergänzung erhältlich. Es ist sinnvoll, eine längere Anwendung mit dem behandelnden Arzt abzusprechen und auf die Qualität der Produkte zu achten.

Rotklee © Ernst Frühmann

Rotklee © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Rotklee ist eine allseits bekannte und weit verbreitete Pflanze, die in erster Linie als Futterpflanze bekannt ist.

Auf Grund ihrer Inhaltsstoffe, der Isoflavone, wird sie seit einigen Jahrzehnten zur Linderung der belastenden Beschwerden der Wechseljahre der Frauen eingesetzt. Die Isoflavone Genistein und Biochanin A sind die beiden Isoflavone mit 100 %iger Phyto-SERM-Aktivität.

Bei den klimakterischen Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit können Isoflavone in hochwertigen Phytos in einer Dosierung bis 90 mg eine wesentliche Hilfe sein. Eine Absprache mit dem Arzt ist sinnvoll, obwohl die angebotenen Präparate rezeptfrei sind.

Gemeiner Wacholder

Wacholder © Ernst Frühmann

Wandert man durch die Natur, in der auch der Wacholder beheimatet ist, trifft man einerseits auf aufrechte oder kriechende Wacholdersträucher, aber auch mit etwas Glück – in Mitteleuropa selten, doch im nördlichen Mittelmeerraum durchaus häufig – auf mehrere Meter hohe Wacholderbäume. Anderseits darf man sich nicht wundern, dass die Wacholderbeeren nicht auf allen Bäumen und Sträuchern zu finden sind. Das liegt daran, dass der Gemeine Wacholder zweihäusig ist und die Wacholderbeeren nur auf den weiblichen Pflanzen heranreifen.

Wacholderbeeren sind keine Beeren im üblichen Sinn von Früchten, haben sich aber im deutschen Sprachgebrauch den Namen Beeren erhalten, obwohl es sich um Beerenzapfen handelt. In der lateinischen Bezeichnung trugen sie zunächst den Namen Juniperi pseudofructus (also Scheinfrucht) und seit mehreren Jahren Juniperi galbulus.

Bezüglich einer Verwechslung mit dem naheverwandten Sadebaum (Juniperus sabina) ist Vorsicht geboten; dieser wird auch Stink- oder Gift-Wacholder genannt. Im Unterschied zum Gemeinen Wacholder werden die ähnlich aussehenden Früchte mit schädigenden, giftigen Wirkungen innerhalb eines Jahres reif.

 

Wacholder © Ernst Frühmann

Wacholder © Ernst Frühmann

Anwendung IN DER MEDIZIN

Wegen der nierenreizenden Wirksamkeit hat auch die Kommission E die Verwendung von Wacholderbeeren nur bei Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen-Darmbereich, bei Völlegefühl und Blähungen empfohlen. Damit soll einer übermäßigen Anwendung bei Nieren-Blasenerkrankungen und dadurch einer möglichen Reizung des Nierengewebes vorgebeugt werden. Die ESCOP führt eine Verbesserung der renalen Wasserausscheidung an und befürwortet die Anwendung bei dyspeptischen Beschwerden und Appetitlosigkeit.

Geht man davon aus, dass die Gabe von 20 bis 100 Milligramm vom reinen ätherischen Öl für einen Erwachsenen eine unbedenkliche tägliche Dosis darstellt, dann müssen auch fünf Gramm Droge (Wacholderbeeren) mit einem Gehalt von zwei Prozent an ätherischem Öl im therapeutischen Bereich liegen. Bedenkt man nun, dass vermutlich etwa 50 Prozent in die Teezubereitung übergehen, sollten auch 10 Gramm Droge (etwa 80 Beerenzapfen/Wacholderbeeren) als Tagesdosis verträglich sein.

Die Meinungen über die schädigende Wirkung auf die Niere sind geteilt, da bedeutende Wissenschaftler vermuten, dass hier seit über 100 Jahren die nierenschädigende Wirkung von Buch zu Buch ohne neuere, eingehende wissenschaftliche Erkenntnisse übertragen wurde.

Aus dieser Betrachtung heraus scheint auch die von Pfarrer Kneipp empfohlene Kur mit Wacholderbeeren grenzwertig zu sein. Dabei beginnt man mit dem Kauen von 3 x täglich einer Beere und steigert diese bis 3 x tgl. 20 Beeren, um dann wieder absteigend bis zu 3 x tgl. 1 Beere zu reduzieren. Bei dieser Kur wird die empfohlene Tagesdosis von 20 bis 100 mg an ätherischem Öl dann überschritten, wenn der Gehalt an ätherischem Öl in den Beerenzapfen über 1,5 Prozent liegt.

In Teemischungen zur Behandlung von Harnwegserkrankungen kann die Wirkung der Wacholderbeeren durch Löwenzahn-, Hauhechel- oder Liebstöckelwurzel, Birken-, Bärentrauben- oder Orthosiphonblätter, Goldrutenkraut oder Ackerschachtelhalm ergänzt oder erweitert werden.

Bei der Behandlung von Magen- Darmbeschwerden kann die Kombination mit Wermut, Kamille oder Pfefferminze sinnvoll sein.

In der Schwangerschaft oder bei entzündlichen Nierenerkrankungen ist von einer Anwendung Abstand zu nehmen.

 

Wacholder in der Küche und Gin als Aperitif/Digestif

Auch als Gewürz erfreut sich der Wacholder großer Beliebtheit, macht er doch viele Speisen durch das ätherische Öl bekömmlicher; in Wildgerichten und im Sauerkraut ist Wacholder immer zu finden. Man sollte aber mit diesem aromatischen Gewürz eher sparsam umgehen.

Ein bekanntes alkoholisches Getränk – der Gin – enthält Wacholder als charakteristischen Geschmacksspender.

Wacholder © Ernst Frühmann

Wacholder © Ernst Frühmann

 

 Zusammenfassung

Trotz kritischer Töne und der Möglichkeit einer nierenreizenden Wirkung ist der Wacholder als Droge (Beerenzapfen) oder als reines ätherisches Öl daraus ein wertvolles Therapeutikum bei Magen-Darmbeschwerden und Harnwegsinfekten. Bei Menschen mit gesunden Nieren scheint die therapeutische Dosis unbedenklich zu sein. Dennoch ist in der Schwangerschaft oder bei entzündlichen Nierenerkrankungen eine Anwendung nicht angezeigt.

Die Wacholderbeeren eignen sich auch hervorragend zum Würzen vieler Speisen, verfeinern deren Geschmack und verbessern deren Bekömmlichkeit.

 
 

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