Schafgarbe

Achillea millefolium L. s.l.

Nur wenige Heilpflanzen sind als Heilmittel so umfangreich wirksam wie die Schafgarbe. Verschiedene Inhaltsstoffe mit unterschiedlicher Wirksamkeit machen diese Pflanze bei einigen Erkrankungen zu einem Heilmittel für Mensch und Tier. Die zahlreichen Vorzüge dieser Pflanze werden durch einige „Nachteile“ getrübt. So zahlreich die Pflanze in der Natur zu finden ist, so zahlreich ist auch ihr Variantenreichtum bezüglich ihrer Gestalt, ihrer Chromosomenvielfalt und ihrer chemischen Varianten; daher muss man bei der Schafgarbe davon ausgehen, dass man bei dieser Sammelart bei ähnlichem Aussehen nicht immer auf die gleiche Qualität trifft – z.B. Proazulen-freie Sippen.

Schafgarbe © Ernst Frühmann

Schafgarbe © Ernst Frühmann

Anwendung in der Medizin

Die Fülle der Inhaltsstoffe bringt ein sehr vielseitiges Wirkungsspektrum; dadurch ergeben sich auch verschiedene Anwendungsmöglichkeiten.

Wässrige Zubereitungen (Tee) und alkoholische Extrakte zeigen sehr gute Wirkungen auf den Verdauungstrakt. Da viele Wirkstoffe der Schafgarbe in Wasser und Alkohol gut löslich sind, sind beide Formen für eine Therapie gut geeignet.

Sinnvoll ist der Einsatz bei dyspeptischen Beschwerden, wie bei leichten, krampfartigen Beschwerden und Entzündungen im Magen–Darmbereich, bei Völlegefühl, Blähungen, Appetitlosigkeit und bei Gallenproblemen zur Förderung der Gallenproduktion bei zu geringer Gallensekretion.

Aber nicht nur im innerlichen Bereich gilt die Schafgarbe als hervorragendes Heilkraut. Äußerlich ist ihre Anwendung angezeigt bei entzündeter Haut, Schleimhauterkrankungen oder als Wundheilmittel.

Die blutstillende Eigenschaft nützt man außer bei Wunden auch bei Problemen mit Hämorrhoiden. Sogar eitrige Wunden, Geschwüre und Blutergüsse werden in der Volksmedizin mit Schafgarbe behandelt. Aber auch im gynäkologischen Bereich gibt man Schafgarbe bei Menstruationsbeschwerden.

Die Schafgarbe stand und steht auch heute noch als Gewürz in der Küche hoch im Kurs. Vor der Verwendung des Hopfens war sie die Bierwürze. In manchen Regionen hatten die Blätter einen festen Platz auf dem Speisezettel des Gründonnerstags, um die Menschen für das restliche Jahr vor Krankheiten zu bewahren und ihnen Kraft zu geben.

Die aromatische Heilpflanze kann aber auch heute noch als sinnvolle Beigabe zu fettreichem Essen angesehen werden, da sie einerseits die Speisen würzt und sie andererseits besser verdaulich macht.

Nach all den guten Ratschlägen zu den Verwendungsmöglichkeiten der Schafgarbe sollte aber auch nicht vergessen werden, dass diese heilbringende Pflanze auf grund ihrer Inhaltsstoffe auch Allergiepotenzial besitzt, und daher nicht von allen Menschen genützt werden kann.

Schafgarbe © Ernst Frühmann

Schafgarbe © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Schafgarbe ist eine seit vielen Jahrhunderten bekannte und häufig verwendete Heilpflanze in verschiedenen Indikationen. Von den unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten ist heute in erster Linie die Verwendung als appetitanregendes, krampflösendes, verdauungsförderndes, gallenwirksames Mittel geblieben. Diese Indikation ist gut erforscht und belegt. Aber auch die Anwendung als bitter-aromatisches Gewürz in der Küche ist sinnvoll. Weitere Anwendung findet die Schafgarbe in der Frauenheilkunde, bei Hautproblemen und zur Wundbehandlung.

Das Allergiepotenzial sollte man bei einer kleinen Gruppe von Menschen nicht unbeachtet lassen.

 

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