Rosmarin

Rosmarinus officinalis L.

Als Zierpflanze oder Gewürz hat diese Pflanze eine uralte Tradition. Die Verwendung als Heilkraut scheint im Altertum kaum auf; erst die Capitulare  Karls des Großen dürften hier ein Umdenken bewirkt haben. Man versuchte, trotz der kalten Winter, den Rosmarin auch in Mittel- und Nordeuropa anzusiedeln. Gut geschützt kann er überleben; bei großer Kälte ist ein Überwintern bei  Kellertemperaturen unter 10°C  notwendig. Der Rosmarin braucht beim Überwintern im Keller viel Licht um dann im späten Frühjahr wieder im Garten ausgesetzt  zu werden. Es gibt aber auch Sorten, die Temperaturen bis minus 22°C im Freien „überleben“ können und daher als winterhart gelten.

Zum besseren Gedeihen dient ein Kiesbett um den Rosmarin als Wärmespeicher; dieses verhindert bei starkem Regen auch Staunässe. Der Rosmarin sollte nur im Frühjahr gedüngt werden,  viel Dünger im Sommer vermindert den Gehalt an ätherischem Öl.

Besonders gut für sein Gedeihen eignen sich offensichtlich Klima und Böden in Frankreich. Dort wachsen die Pflanzen mit besonders intensiven aromatischen Blättern und ätherischem Öl. Das wirkt sich z.B. auch beim Geschmack des Honigs aus, der in Regionen mit einem hohen Anteil an Rosmarinpflanzen gewonnen wird, wie z.B. in der Gegend von Narbonne. Ebenso soll das Fleisch der Schafe, die gerne Rosmarinblätter fressen, einen besonders angenehmen Geschmack haben.

Rosmarin - Trieb © Ernst Frühmann

Rosmarin – Trieb © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die Inhaltsstoffe ermöglichen eine äußerliche und innerliche Anwendung. Die Bitterstoffe und das ätherische Öl wirken auf die Verdauungsorgane. Daher ist eine Anwendung bei leichten oder krampfartigen Beschwerden des Magens, des Darms und der Galle zu empfehlen; es kommt auch zu einer Sekretionssteigerung im Magen und zur Verbesserung des Appetits. Zubereitungen aus Rosmarin können Völlegefühl, Blähungen und leichte krampfartige Beschwerden günstig beeinflussen. Auch Pfarrer Kneipp hat den Rosmarin gerne in seinen Therapien verwendet. Er nannte als  Anwendungsgebiete z.B. Erschöpfungszustände, Nervosität und Nachlassen der allgemeinen Spannkraft, aber auch niedrigen Blutdruck.

Auch äußerlich sind Extrakte aus den Rosmarinblättern, alkoholische Zubereitungen oder Arzneiformen mit ätherischem Rosmarinöl wirksam. Die durchblutungsfördernden und hautreizenden Eigenschaften besonders des Rosmarinöles sind Wirkungsgrundlage bei der unterstützenden Therapie von Muskel – oder Gelenksrheumatismus und bei Zerrungen, Quetschungen und Verstauchungen.

In der  Volksmedizin wird dem ätherischen Öl des Rosmarins eine Wirkung auf den Kreislauf zugeschrieben; es wirkt von allen ätherischen Ölen aus Heilpflanzen am stärksten gegen niedrigen Blutdruck. Sogar „Morgenmuffel“ sollen damit zu aktivieren sein.

Vorsicht ist in der Schwangerschaft geboten:

Wegen der toxischen Nebenwirkungen von Bestandteilen des ätherischen Öles sind Zubereitungen aus Rosmarinblättern während dieser Zeit nicht anzuraten.

Rosmarin - Blüte © Ernst Frühmann

Rosmarin – Blüte © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der langen Tradition der Verwendung des Rosmarins als Gewürzpflanze stehen nur ein paar Jahrhunderte der Heilpflanze gegenüber. Auch heute steht die Verwendung als Gewürz im Vordergrund. Dennoch besitzt die Pflanze genügend Wirkstoffe, die bei verschiedenen Verdauungsproblemen gute Dienste leisten und auch in der äußerlichen Anwendung als durchblutungsförderndes Bad oder Einreibemittel ihren Platz haben. 

 

Heilpflanzen Artikel!

Lehrgang für PKAs

Heilkräuter Coach

Unser Buch