Pfefferminze

Mentha x piperita L.

In der Phytotherapie ist die Pfefferminze eine sehr wertvolle Pflanze. Die wohlschmeckende Heilpflanze kann in verschiedenen Tees einerseits ihre Wirkung entfalten, anderseits aber auch zu einer geschmacklichen Verbesserung in Teezubereitungen, Zahnpasten, Kaugummi, Getränken und anderem beitragen. Nicht nur die Pfefferminzblätter sind bei verschiedenen Erkrankungen anerkannt; die Wirkung des ätherischen Öls wird ebenso in unterschiedlichen Arzneiformen genützt – sei es in Salben, flüssigen Arzneimitteln oder auch in moderner Galenik, wenn das ätherische Öl in einer Arzneiform, die erst im Dünn- und Dickdarm wirkt, zur Behandlung des Reizdarmsyndroms zur Anwendung kommt.

In der Pfefferminze ist der Gehalt an Menthol recht hoch; es gibt andere Minzenarten, die frei von Menthol sind oder ganz geringe Mengen von Menthol enthalten. Zu nennen wäre hier z.B. die Krauseminze (M. spicata var. crispa) mit einem hohen Anteil an Carvon und Limonen. Wir kennen in der Natur aber auch Minzenarten, die die Pfefferminze beim Mentholgehalt überflügeln. Wenn aus dem ätherischen Öl das Menthol – als Hauptteil (-)-Menthol, auch als Levomenthol bezeichnet – aus einer Pflanze gewonnen wird, nimmt man die Ackerminze (Mentha arvensis L.), da diese Minzenart den höchsten Gehalt an Menthol besitzt. Dabei lässt sich das kristalline Menthol durch Ausfrieren aus dem ätherischen Öl der Ackerminze gewinnen.

Die Pfefferminze gibt es gesichert erst seit dem Ende des 17. Jahrhunderts. Alle Minzenarten, die vorher von der Antike über das Mittelalter zur Anwendung kamen, waren andere Minzenarten. Dennoch galten die Minzen des Altertums schon als hervorragende Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen vom Kopf bis hin zu Magen-, Darm- und Lebererkrankungen.

Pfefferminze © Ernst Frühmann

Pfefferminze © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Die unterschiedlichen Inhaltsstoffe der Pfefferminze ermöglichen einige Anwendungsgebiete. Sehr häufig kommt diese Heilpflanze bei verschiedenen Verdauungsproblemen im Magen- Darmbereich oder auch als Gallenmittel zur Anwendung. Die krampflösenden Eigenschaften werden bei krampfartigen, kolikartigen Beschwerden im Magen oder Darm oder bei Blähungen genützt. Aber auch bei Übelkeit und Völlegefühl ist die Pfefferminze ein gut geeignetes Magenmittel durch die lokalanästhetischen Eigenschaften des Menthols. Die Kombination mit Kümmelfrüchten oder Kümmelöl erweitert das Wirkungsspektrum und eignet sich gut bei den dyspeptischen Beschwerden. Das ätherische Öl und vermutlich auch die Flavonoide bewirken eine deutliche Steigerung der Gallenproduktion. Erkältungen, Husten und rheumatische Beschwerden können mit Pfefferminzöl günstig beeinflusst werden. Die mild beruhigende Eigenschaft wird in der volksmedizinischen Anwendung als Zusatz zu entsprechenden Teemischungen genützt.

Das ätherische Öl wird innerlich in magensaftresistenten Kapseln bei Reizdarmsyndrom oder äußerlich zur Behandlung von Kopfschmerz (Spannungskopfschmerzen) eingesetzt.

Wirklich berechtigt ist auch – wegen des guten Geschmacks der Pfefferminze – die Verwendung als Aromatikum in verschiedenen Arzneiformen wie Lutschpastillen, Mundwässern, Zahnpasten u.a.

Teezubereitung: Als Dosierung kann gelten: 3 – 6 g Droge pro Tag als Tee oder 5 – 15 g der Tinktur pro Tag.

Der Gebrauch ist auch über längere Zeit möglich, wenn die Tagesdosis niedrig gehalten wird; Nebenwirkungen sind bei der empfohlenen Dosis nicht zu erwarten. Ein Dauergebrauch ist aber nicht sinnvoll.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen: Bei Gallenproblemen muss die Anwendung von Pfefferminzöl mit dem Arzt abgesprochen werden! Bei Kindern unter drei Jahren und Asthmatikern ist von Arzneimitteln mit Pfefferminzöl im Bereich Gesicht/Nase Abstand zu nehmen, da die Atemmuskulatur sonst zu verkrampfen droht und lebensgefährliche Situationen entstehen können.

 

Pfefferminze als Genussmittel

Der charakteristische Geschmack, der durch das ätherische Öl bestimmt wird, verführt zur Anwendung in bestimmten Lebens- und Genussmitteln. In England verfeinert man gerne die Soße zu Lammfleisch mit Pfefferminze und auch der Arabische Raum nützt sie zu Fleischspeisen. Im Zentrum Europas wird der Minzgeschmack eher mit Eis, Schokolade – wie die berühmten Täfelchen oder Pralinen, die man nach dem Abendessen genießt. Aber auch in Getränken setzt man gerne auf den erfrischenden Geschmack der Pfefferminze.

Pfefferminze © Ernst Frühmann

Pfefferminze © Ernst Frühmann

Zusammenfassung 

Die Pfefferminze ist eine Heilpflanze, die in der heute angebotenen Form des Tripelbastards in Europa erst etwas über 300 Jahre verwendet wird. Dennoch kamen Minzenarten schon in der griechischen Mythologie und Heilkunst vor.

In der Phytotherapie reicht ihr Anwendungsbereich von Kopfschmerzen oder rheumatischen Beschwerden, von Erkältungskrankheiten bis zum Verdauungstrakt mit Problemen im Magen und Darm oder mit der Galle. Zur Anwendung kommen die Blätter der Pfefferminze oder das ätherische Öl als innerlich und äußerlich angewendetes Heilmittel.

 

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