Melisse

Zitronen-Melisse

Melissa officinalis L.

Die Zitronenmelisse ist wegen ihres angenehmen zitronenartigen Geschmacks eine sehr beliebte Heil– und Gewürzpflanze. Sie kommt einerseits wegen ihrer Wirkung in vielen beruhigenden Arzneimitteln vor, ist aber auch als geschmackskorrigierende Pflanze in vielen Teemischungen enthalten.

In unseren Breiten bevorzugt die Melisse einen humusreichen, lockeren Boden; die Erde soll eher feucht gehalten werden und der Standort sonnig sein.

Als Erntezeitpunkt bevorzugt man – wenn man die Melisse im eigenen Garten hat – die Zeit vor der Blüte. Dann haben die Blätter ihren vollen aromatischen Geschmack und Duft. Die Melissenblätter können frisch verarbeitet oder getrocknet verwendet werden. Die Trocknung soll schonend erfolgen – bei maximal 40° Celsius – damit das ätherische Öl in den Blättern zum Großteil erhalten bleibt.

Melisse  © Ernst Frühmann

Melisse © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Einerseits sind Zubereitungen von Melissenblättern ein altbewährtes Mittel bei Nervosität – z.B. auch bei Prüfungsangst und Konzentrationsschwäche bei Kindern im Schulalter – aber auch bei Einschlafstörungen in höherer Dosierung.

Die beruhigende Wirkung der Melisse ist auch der Grund, warum man sie bei psychovegetativen Herzbeschwerden verwendet.

Wegen ihrer krampflösenden Eigenschaften finden wir die Melisse in vielen Teemischungen bei funktionellen Magen– und Darmbeschwerden bis hin zu Komplikationen im Gallenbereich.

Die Gruppe der Hydroxyzimtsäurederivate macht eine Anwendung der Extrakte aus Melissenblättern im Hautbereich sinnvoll. Sowohl die Verwendung bei entzündeter Haut in Form von Umschlägen oder Bädern als auch die Verwendung von Extrakten mit hohen Konzentrationen von Lamiaceen–Gerbstoffen haben heute in der Therapie von Herpeserkrankungen ihren festen Platz. Besonders Erkrankungen wie Herpes labialis – die Fieberblasen – reagieren sehr schnell auf die Behandlung mit standardisierten Melissenblattextrakten. Die Phenolcarbonsäurederivate vom Rosmarinsäuretyp reagieren bei Fieberblasen vermutlich mit den Eiweißstoffen der Virus– und Zellmembranen. Dadurch ist es bei rechtzeitiger Anwendung der Melissenextraktsalbe möglich, die explosionsartige Vermehrung von Herpes simplex Viren zu stoppen und die Ausbreitung der Fieberblasen zu verhindern.

Das ätherische Melissenöl findet man auch in Einreibungen zur Behandlung von Nervenschmerzen und rheumatischen Erkrankungen.

Beim Kauf von Melissenöl ist darauf zu achten, dass es wirklich reines Melissenöl ist. Da durch den geringen Gehalt an ätherischem Öl in den Blättern nur wenig Öl gewonnen werden kann, werden oft Öle angeboten, die mit dem preiswerteren Lemongrasöl bzw. Citronellöl, die auch einen zitronenartigen Duft haben, gestreckt sind.

Teezubereitung:

1 bis 3 Teelöffel (1,5 – 4,5 g) Melissenblätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen; man lässt 10 Minuten ziehen und seiht dann ab. Man trinkt mehrmals täglich eine Tasse.

Melissenblätter können auch mit Baldrianwurzeln, Hopfenzapfen und Johanniskraut in beruhigenden Teemischungen kombiniert werden.

Bad:

50 g Melissenblätter werden mit 1 Liter heißem Wasser übergossen, man lässt 10 Minuten ziehen und gibt nach dem Abseihen den Extrakt zum – entspannenden – Bad.

Melissengeist:

Melissengeist ist ein Destillat mehrerer Drogen, die ätherische Öle enthalten; natürlich sind auch Melissenblätter dabei.

Melisse  © Ernst Frühmann

Melisse © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Melisse oder Zitronen–Melisse ist eine Heilpflanze, die seit über 2000 Jahren als Heilmittel, Bienenfutter und Gewürz Verwendung findet.

Der Anwendungsbereich erstreckt sich vom entspannenden Tee über Bäder oder die äußerliche Verwendung in schmerzlindernden Einreibungen bis hin zur Salbe gegen Fieberblasen, die wesentlich zur schnellen Abheilung beiträgt.

Auch als Gewürz wird die Melisse wegen ihres zitronenartigen Geschmacks geschätzt.

 

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