Lavendel (Echter)

Lavandula angustifolia Mill.

Beim Wort Lavendel werden sicher viele Menschen an die wunderbaren Bilder aus der sommerlichen Provence denken. Diese Bilder mit den violetten Lavendelzeilen in mediterraner Landschaft suggerieren Wärme, Entspannung und den angenehmen Duft vom ätherischen Öl dieser Pflanze.

Als Heilpflanze ist der Lavendel seit über 800 Jahren gesichert in Verwendung. Die Kosmetikindustrie nützt den charakteristischen Duft des ätherischen Lavendelöles in ihren Produkten seit vielen Jahrzehnten.

Neben dem Echten Lavendel in Kulturen stößt man in Europa noch auf andere Arten, wie z. B. auf den Schopf-Lavendel, der in Griechenland vorkommt, oder auf den Großen oder Spik-Lavendel, der einen kampferartigen Geruch hat.

Echter Lavendel © Ernst Frühmann

Echter Lavendel © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendungen

Das ätherische Öl kann innerlich bei Unruhezuständen und Einschlafstörungen erfolgreich eingesetzt werden. Aber auch funktionelle Oberbauchbeschwerden, wie z.B. nervöse Darmbeschwerden, Blähungen oder Reizmagen können durch Lavendel günstig beeinflusst werden. Neu ist, dass die angstlösende Wirkung des ätherischen Öls in einem Arzneimittel bei Unruhezuständen aufgrund ängstlicher Verstimmung zugelassen wurde.

Bei funktionellen Kreislaufstörungen kann ein Bad mit Lavendelblütenextrakten sinnvoll sein. Dafür werden 50 bis 60 g Lavendelblüten mit einem Liter Wasser übergossen, zum Sieden erhitzt und nach 10 Minuten abgeseiht; dieser Extrakt wird dem Badewasser für ein Vollbad zugesetzt.

Auf positiven Erfahrungen beruht auch die Verwendung des Lavendel in Duftsäckchen. Durch Inhalation des ätherischen Öles versucht man Einschlafstörungen zu beheben.

In der Volksmedizin verwendet man Lavendel zur Migränebehandlung, aber auch den Lavendelspiritus als Einreibung bei rheumatischen Erkrankungen, wobei hier auch die hautreizende Wirkung genützt wird.

Lavendelblüten oder deren Extrakte finden wir heute in Zubereitungen wie z.B. in beruhigenden Teemischungen, in der so genannten Windsalbe für Säuglinge, die gegen Blähungen angewendet wird, in Magentropfen, aber auch in Sportmassageölen, Rheumabädern und Lavendelölbädern und natürlich in vielen kosmetischen Produkten – nicht zuletzt wegen seines angenehmen Duftes.

Bei der Dosierung sollte man beachten, dass 1 – 4 Tropfen ätherisches Öl, das sind 20 – 80 Milligramm, als wirkungsvolle Dosis angesehen werden. Daher sind von den Lavendelblüten bei einer Droge mit einem Gehalt von 3 % ätherischem Öl rund 2,5 g als Einzeldosis in einer Zubereitung angezeigt.

Teemischung

Gegen Nervosität und depressive Verstimmung

Melissenblätter 40,0
Johanniskraut 40,0
Orangenblüten 10,0
Lavendelblüten 10,0

Zwei Teelöffel dieser Mischung werden mit 200 ml siedendem Wasser übergossen, man lässt 10 Minuten zugedeckt ziehen und trinkt den Tee nach dem Abseihen nicht zu heiß.

 

Echter Lavendel © Ernst Frühmann

Echter Lavendel © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Diese Heilpflanze wird erst seit der Hl. Hildegard von Bingen in verschiedenen Indikationen verwendet. Der Echte Lavendel kann eine wirkungsvolle Hilfe bei Einschlafstörungen sein. Sowohl ein beruhigendes Lavendelbad als auch die innerliche Einnahme als Tee sind als Anwendung geeignet. Das ätherische Öl wird nun auch in einem Arzneimittel bei Unruhezuständen aufgrund ängstlicher Verstimmung angeboten.

Krampfartige Störungen im Magen-Darmbereich können ebenfalls mit Lavendel günstig beeinflusst werden.

 

 

 

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