Eukalyptus

Eucalyptus globulus Labill.

Verwendet man die Blätter als Droge, stammen sie von älteren Bäumen der Art Eucalyptus globulus; zur Gewinnung des ätherischen Öles dienen dagegen die Blätter folgender drei Arten: E. fruticetorum, E. smithii und E. viridis.

Der Eukalyptus-Baum ist ein echter Überlebenskünstler, da seine Wurzelstöcke und Samen ein Feuer überleben und danach wieder viel schneller austreiben als andere Pflanzenarten. Daher sind Buschfeuer für Eukalyptus im Wettbewerb mit anderen Waldpflanzen kein Nachteil, denn es schafft Vorteile im Neustart und vernichtet eventuelle Parasiten. Durch die hohe Hitze des Feuers können die Samenschalen des Baumes platzen und damit zur Vermehrung beitragen. Viele Arten bilden spezielle verholzte Verdickungen (Lignotuber) aus, die „schlafende Knospen“ und Nährstoffe enthalten und damit ein Wiederaustreiben der Bäume auch dann ermöglichen, wenn es durch Feuer zu einer vollkommenen Zerstörung der oberirdischen Teile kommt.

Die Verträglichkeit der Blätter ist unterschiedlich; während die putzigen Koalabären sich ausschließlich von Eukalyptusblättern ernähren und diese auch gut vertragen, würde für andere Säugetiere und auch Menschen das ätherische Öl der Blätter in derart großen Mengen toxisch wirken.

Der Name Eukalyptus leitet sich aus dem Griechischen ab. Eu – kalyptós bedeutet gut – bedeckt und bezieht sich auf die verwachsenen Kronblätter, die deckelartig abfallen. Die deutsche Bezeichnung Fieberbaum steht für die Trockenlegung der Sümpfe und der damit verbundenen Befreiung vom Fieber durch Malaria. 

Eukalyptus © Ernst Frühmann

Eukalyptus © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

In der medizinischen Anwendung werden Eukalyptusblätter heute nur noch selten verwendet; häufig kommt das ätherische Öl oder das 1,8-Cineol zur Anwendung, wenn Erkrankungen und Beschwerden im Bereich der Atemwege – Erkältungskrankheiten der Luftwege – zu behandeln sind.

Aus den Blättern zubereiteter Tee kann bei Bronchitiden zur Anwendung kommen und ist wegen des Gerbstoffgehalts bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wirksam.

Das ätherische Öl oder das daraus gewonnene 1,8-Cineol entfaltet doch verschiedene Wirkungen; so wirkt es antiseptisch, schwach krampflösend, desodorierend und kühlend; bei der Behandlung von Bronchialerkrankungen kommt es zur expektorierenden (auswurffördernden) Wirkung mit sekretolytischen (Verflüssigung von zähem Schleim) und sekretomotorischen (verstärkter Abtransport von Schleim) Eigenschaften. Das ätherische Öl kann eingenommen werden und wird teilweise durch die Lunge ausgeschieden. Es kann aber auch bei Nebenhöhlenerkrankungen inhaliert werden oder wird in Einreibungen oder Bädern zur Durchblutungsverbesserung eingesetzt.

Teeherstellung

2 g fein geschnittene Blätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen, man lässt 5 – 10 min. in einem zugedeckten Gefäß ziehen und seiht dann ab.

Gegenanzeigen

Bei Säuglingen und Kleinkindern sollen Eukalyptus-Zubereitungen nicht im Gesicht – besonders in der Nähe der Nase – aufgetragen werden.

Für Erwachsene: bei schweren Lebererkrankungen und Entzündungen im Magen-Darmbereich und im Bereich der Gallenwege.

Nebenwirkungen und Hinweise

Bei erhöhten Dosierungen kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen.

Eukalyptusöl kann durch eine Aktivierung eines Enzymsystems in der Leber die Wirkung anderer Arzneimittel abschwächen oder die Wirkungszeit verkürzen.

Eukalyptus © Ernst Frühmann

Eukalyptus © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die ursprüngliche Heimat der Eukalyptusbäume ist Tasmanien. Heute ist dieser schnell- und hochwachsende Baum in vielen Gebieten der Erde zu Hause.

Eukalyptusblätter werden heute weniger oft verwendet. Dafür hat das ätherische Öl oder das daraus gewonnene 1,8-Cineol hohe Bedeutung in der Behandlung von Erkältungskrankheiten und Asthma als schleimlösendes, auswurfförderndes und leicht krampflösendes Mittel.

 

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