Echte Bärentraube

Arctostaphylos uva-ursi (L.) Spreng.

Die Bärentraubenblätter sind ein seit langem verwendeter Bestandteil in Blasen- und Nierentees und sie werden als traditionelles Arzneimittel eingestuft. Im Österreichischen Arzneibuch sind die Bärentraubenblätter mit den Birkenblättern und dem Bruchkraut als Species urologicae ein wesentlicher Teil der Wirksamkeit zur Behandlung von Entzündungen der Blase und der ableitenden Harnorgane. Diese Erkrankungen, die Frauen in wesentlich höherem Ausmaß als Männer betreffen, werden zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegserkrankungen besonders für Frauen nach der geltenden S3-Leitlinie Bärentraubenblätter empfohlen. Bei den Frauen sind rund 10 Prozent einmal im Jahr mit Entzündungen der Blase und den ableitenden Harnorganen betroffen. Ein bedeutender Teil neigt auch zu weiteren Entzündungen innerhalb eines Jahres.

Neben anderen pflanzlichen Alternativen werden Bärentraubenblätter für die Urlaubsapotheke empfohlen, wenn die Gabe eines Antibiotikums von einem Arzt als nicht notwendig erachtet wurde.

In der Bezeichnung des lateinischen Namens findet sich das Wort Bärentraube zweimal; einmal ist es im aus dem Griechischen stammenden Arctostaphylos enthalten (arktos = der Bär, staphyle = die Traube), zum anderen bedeutet uva ursi im Lateinischen die Traube des Bären.

Echte Bärentraube © Ernst Frühmann

Echte Bärentraube © Ernst Frühmann

 Anwendung als Heilmittel

Die Teezubereitungen aus den Bärentraubenblättern gelten als „Harndesinfiziens“ und werden bei leichten entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Blase verwendet. Schmerzen, Brennen beim Harnlassen, erhöhter Harndrang, eventuell auftretendes Fieber sind sichere Anzeichen einer Infektion. Solange nur die unteren Harnwege (bis zur Blase) betroffen sind, ist eine Therapie mit pflanzlichen Mitteln eventuell ausreichend. Ein Vorteil im Vergleich mit der Gabe eines Antibiotikums liegt darin, dass sich die antibakterielle Wirkung erst in den ableitenden Harnwegen entwickelt und dadurch das Darmmikrobiom und die Vaginalflora nicht geschädigt werden. Zusätzlich ist die Gefahr der Resistenzbildung nicht gegeben.

Ob ein Antibiotikum notwendig ist oder die Behandlung mit einem antibakteriell wirksamen pflanzlichen Heilmittel – wie Tee aus Bärentraubenblättern – ausreicht oder nur unterstützend eingesetzt wird, entscheidet ein Arzt. Wenn die Infektion die oberen Harnwege erreicht hat, ist eine rasche Abklärung durch den Arzt unbedingt erforderlich!

NebenWIRKUNGEN – Wechselwirkungen – Gegenanzeigen – Hinweise  

Bei Zubereitungen von Bärentraubenblättern, die auch die Gerbstoffe in hohem Ausmaß enthalten, können bei Personen mit empfindlichem Magen Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Bei Schwangerschaft, in der Stillzeit und bei Kindern/Jugendlichen unter 18 Jahren (nach HMPC) sollen Zubereitungen von Bärentraubenblättern nicht verwendet werden.

In der Selbstmedikation soll die maximale Einnahmedauer eine Woche nicht übersteigen.

Teezubereitung

Da die Herstellung als Aufguss oder Abkochung zu einem Tee mit hohem Anteil an Gerbstoffen führt, ist es ratsam, die Teeherstellung auf kaltem Weg (Mazerat) zu wählen. Dabei werden 2,5 Gramm der fein geschnittenen oder grob gepulverten Bärentraubenblätter mit 150 ml kaltem Wasser übergossen und unter gelegentlichem Umrühren nach 8 bis 12 Stunden abgeseiht; nach dem Anwärmen wird der Tee schluckweise getrunken.

Echte Bärentraube © Ernst Frühmann

Echte Bärentraube © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Bärentraube ist eine der Preiselbeere ähnliche Pflanze, die in vielen Bergregionen und im nördlichen Europa vorkommt.

Ausgehend von Nordeuropa hat sie auch in unseren Breiten ihren Platz in der Phytotherapie zur alleinigen oder unterstützenden Behandlung von leichten unkomplizierten Harnwegsinfekten bei Frauen eingenommen. Allerdings sollte man bei der Einnahme auf Gegenanzeigen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Hinweise achten.

 

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