Ginseng

Panax ginseng

Mit dem Ginseng stoßen wir wieder einmal auf eine Heilpflanze, die sich die Menschen schon seit ein paar Jahrtausenden zu Nutze machen. Sie zählte zu den ganz erlesenen Heilpflanzen, der man schon immer nachsagte, dass sie die Gesundheit verbessern und das Leben verlängern könne. Daher war die Ginsengwurzel ursprünglich auch nur den Königen und Kaisern in Asien vorbehalten.

In der Natur treffen wir in Europa keine Ginsengpflanzen. In botanischen Gärten ist der Ginseng immer wieder zu finden und er lässt sich auch in Europa gut kultivieren. Der koreanische Ginseng wird als Sorte am meisten geschätzt, gefolgt von Handelssorten aus China und Japan. Der amerikanische Ginseng stammt von einer anderen Art – Panax quinquefolius. Die asiatischen Ginsengwurzeln kommen als weißer oder roter Ginseng in den Handel. Beim weißen Ginseng (Korea) werden die Wurzeln nach dem Ernten und Waschen direkt getrocknet. Der rote Ginseng (Japan) wird nach dem Waschen einer bis zu 4-stündigen Behandlung mit heißem Wasser ausgesetzt. Dabei erlangt er ein hornartiges, durchscheinendes, rötliches Aussehen.

Ginseng © Ernst Frühmann

Ginseng © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Für die Hauptanwendungsgebiete des Ginsengs sind sowohl Tee, Extrakte oder homöopathische Arzneimittel zur Einnahme geeignet. Die Extrakte enthalten meist 4 – 8 Prozent der Ginsensoside in einer Einzeldosis. Als sinnvolle Tagesdosis gilt die Einnahme von 100 mg Extrakt – meist in einer Dosis eingenommen. Während in Europa der weiße Ginseng offizinell ist, dessen Extrakte meist 4 Prozent Ginsensoside enthalten, haben Extrakte aus dem in Japan offizinellen roten Ginseng einen Gehalt bis zu 8 Prozent. Dies trägt eventuell dazu bei, dass immer wieder die Meinung auftaucht, der rote Ginseng sei in der Wirkung besser, dabei ist bei ihm nur der Wirkstoffgehalt doppelt so hoch. Zur Anwendung kommen Ginsengtonika zur Stärkung und Kräftigung bei Neigung zur Müdigkeit und bei Schwächegefühl, bei nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit und in der Rekonvaleszenz. Der Ginseng wird auch der Gruppe der Adaptogene zugeordnet; das sind jene Stoffe, die in der Lage sind die Anpassungsfähigkeit unseres Organismus gegenüber äußeren und inneren Störungen zu verbessern. Dazu gehört die Stress abschirmende Wirkung, die Fähigkeit besser angepasst an neue Dinge heranzugehen und diese mit mehr Gelassenheit anzunehmen.

Teezubereitung

3 Gramm der fein geschnittenen Droge mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 5 – 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Als Tagesdosis sind 1 – 3 Tassen täglich über einen Zeitraum von mehreren Wochen zu empfehlen.

Nebenwirkungen

Diese sind relativ selten, bei hoher Dosierung und langer Anwendung können aber Schlaflosigkeit, Nervosität, erhöhter Blutdruck und Durchfall auftreten.

Ginseng © Ernst Frühmann

Ginseng © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Ginseng zählt zu den Heilpflanzen, dessen Heilkraft schon vor Jahrtausenden erkannt wurde. Nur ein geringer Teil stammt heutzutage aus Wildvorkommen. Der größte Teil kommt von Kulturen der nördlichen Hemisphäre. Der Gehalt an Ginsenosiden bestimmt die Qualität der Wurzeldrogen; 100 mg Extrakt aus dem roten oder weißen Ginseng wird als Tagesdosis angesehen. Die Hauptanwendungsgebiete sind Leistungssteigerung sowie Verbesserung von Konzentration und Merkfähigkeit; ältere Menschen nützen den Effekt der adaptogenen Wirkung zur besseren Anpassungsfähigkeit des Organismus; ein weiteres Anwendungsgebiet ist die stressabschirmende Wirkung.

 

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