Fieberklee
Menyanthes trifoliata L.
Der Fieberklee zählt zu den Heilpflanzen mit traditioneller arzneilicher Anwendung, er ist im Europäischen Arzneibuch beschrieben und wurde 2020 zur Blume des Jahres gekürt. Durch seine besonders attraktiven Blütenstände mit rosa gefärbten Knospen und weißen Blüten mit haarartigen Fortsätzen auf den Kronblättern ist er an seinen speziellen Standorten in den Verlandungszonen von Seen zu Moorgebieten schnell zu erkennen. Obwohl er in der Natur eher selten anzutreffen ist, sind an seinen Standorten aber dann meist viele Pflanzen vorhanden. Wegen seines relativ seltenen Vorkommens zählt er zu den geschützten heimischen Pflanzen. Gehen Sie aber bitte sorgsam mit Pflanzen in derart sensiblen Vegetationszonen um! Die Vielfalt und Schönheit der Pflanzen soll ja noch lange Auge und Herz der Wanderer erfreuen.
Der Fieberklee, der früher in der Familie der Enziangewächse eingereiht war, wurde wegen seiner Unterschiede bei strukturellen und phytochemischen Merkmalen den Fieberkleegewächsen zugeordnet. Neben den beiden bereits erwähnten Namen, wird er auch Dreiblatt, Magenklee oder Sumpfklee genannt.

Fieberklee © Ernst Frühmann
Traditionelle Verwendung in der Medizin – Volksmedizin
Medizinisch anerkannt ist die Wirkung auf den Verdauungstrakt. So ist es sinnvoll, flüssige Zubereitungen – Tee oder Fluidextrakte aus den Blättern – bei Appetitlosigkeit und dyspeptischen Beschwerden zu verwenden. Dazu zählen Völlegefühl, leichte Blähungen und andere Symptome, die auch durch den Mangel an Magensaft verursacht werden.
Volksmedizin und Homöopathie
In der Volksmedizin wurde der Bitterklee häufig auch bei fieberhaften Infekten gegeben. Es hat sich aber gezeigt, dass die Pflanze keine fiebersenkenden Eigenschaften besitzt; dennoch ist es durchaus sinnvoll, Fieberklee bei Erkrankungen mit Fieber zu geben, da der appetitanregende und stärkende Effekt für den geschwächten Patienten genützt werden kann. Zusätzlich gibt es Berichte über die Anwendung bei Gastritis, Migräne, rheumatischen Erkrankungen, Hautkrankheiten und anderen Beschwerden.
In Schweden sollen Extrakte aus dem Rhizom erfolgreich zur Behandlung der glomerulären Nephritis eingesetzt werden. In China wird auch eine schlaffördernde, beruhigende Wirkung beschrieben.
Menyanthes trifoliata ist auch in der Homöopathie ein Arzneimittel, das bei Nervenschmerzen, Muskel- und Kopfschmerzen oder zur Stärkung der Magenfunktion gegeben wird. Meist wird die Potenz D3 verwendet.
Teezubereitung:
Ein Teelöffel der getrockneten Fieberkleeblätter wird mit 250 Milliliter kaltem Wasser angesetzt, man erhitzt zum Sieden und kocht rund eine Minute; danach wird abgeseiht und der Tee mäßig warm und ungesüßt getrunken.
Man kann den Tee auch über mehrere Stunden kalt ansetzen und ihn dann nur leicht erwärmt trinken; damit wird der Gehalt an Gerbstoffen reduziert.

Fieberklee © Ernst Frühmann
Zusammenfassung
Durch die Attraktivität seiner Blüten zählt der Fieber- oder Bitterklee zu den besonders schön blühenden Heilpflanzen. Man sollte sich aber bewusst sein, dass es sich um eine geschützte Pflanze in einem sensiblen Vegetationsbereich von Moorgebieten handelt.
Dank der Bitterstoffe ist der Fieberklee ein gutes Arzneimittel für den Verdauungstrakt, das zur Appetitsteigerung und bei dyspeptischen Beschwerden anerkannt ist.
Die Anwendung als Fiebermittel ist nicht gerechtfertigt, obgleich es sinnvoll sein kann, die tonisierenden Eigenschaften bei fieberhaften Infekten zu nützen.




