Faulbaum

Frangula alnus

Die lateinische Bezeichnung „frangula“ (von frangere) sagt aus, dass das Holz des Faulbaums leicht bricht; „alnus“ weist auf den Gattungsnamen der Erle hin. Im Deutschen drückt der Name Faulbaum den leicht fauligen Geruch der Rinde aus. Daher trägt der Baum in anderen Regionen auch den Namen Stinkbaum, Stinker oder Stinkbeere.

Der Faulbaum hatte in vergangenen Jahrhunderten aber noch eine wesentliche Bedeutung, die über die medizinische Verwendung hinausging. Man bezeichnete den Faulbaum als Pulverholz, da die Holzkohle des Faulbaumes zur Herstellung des Schießpulvers verwendet wurde. Die aschearme Kohle war besonders gut zur Herstellung des Schwarzpulvers geeignet. Daher wurde der Faulbaum in vergangenen Zeiten in Kulturen gezogen.

Faulbaum © Ernst Frühmann

Faulbaum © Ernst Frühmann

Wirkungen und medizinische Anwendung

Die Faulbaumrinde findet überall dort Verwendung, wo eine schonende und doch möglichst vollständige Entleerung des Stuhls erwünscht ist. Sie ist geeignet als sicheres Abführmittel bei Stuhlverstopfungen mit einer beschränkten Anwendungszeit von maximal 1 bis 2 Wochen, als Mittel zur schonenden Entleerung bei Analfissuren, Hämorrhoiden oder nach Operationen im Analbereich.

Die Verwendung der Faulbaumrinde in sogenannten Blutreinigungstees, Entschlackungstees, Gallentees oder Teemischungen zur Gewichtsreduktion ist heute nicht mehr üblich und auch nicht sinnvoll, aber in älteren Kräuterbüchern noch nachzulesen.

Teezubereitung

Die häufigste Form der Einnahme ist die Zuführung der Wirkstoffe des Faulbaums in einer Teezubereitung. Dabei werden 2 Gramm Droge mit 150 ml siedendem Wasser übergossen; man lässt 10 bis 15 Minuten ziehen und seiht ab. Oft ist eine halbe Tasse Faulbaumrindentee ausreichend, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Der Tee kann auch über einen Kaltauszug hergestellt werden. Dabei setzt man obige Menge mit kaltem Wasser an, lässt 12 Stunden „ziehen“, seiht dann ab und trinkt den Tee leicht angewärmt. Man kann die Faulbaumrinde auch mit anderen Drogen wie Fenchel, Kamille u.a.m. in einem Abführtee kombinieren.

ANWENDUNG IN DER HOMÖOPATHIE

der Homöopathie finden wir Frangula alnus bei Verdauungsschwäche mit Neigung zu Durchfall und in sogenannten „Schlankheitstropfen“.

Phytopharmaka: Extrakte aus der Faulbaumrinde kommen auch in Fertigprodukten als Abführmittel zur Anwendung.

Risiken und Gegenanzeigen

Die Pflanze stellt in der Natur ein gewisses Risiko dar: die rot bis schwarz gefärbten Beeren auf dem Faulbaum sind besonders für Kinder verlockend; schon der Verzehr einiger weniger Früchte kann zu Übelkeit, Erbrechen, Koliken und blutigen Durchfällen führen. Es kann sogar zu Kollapszuständen kommen.

Ein ähnliches Risiko besteht bei der Aufnahme von frisch getrockneter Faulbaumrinde.

Die längere Anwendung von Faulbaumrinde führt zu Elektrolytverlusten, besonders auch von Kalium; dies kann sich in einer Muskelschwäche ausdrücken und auch wieder zu Verstopfung führen.

Faulbaum © Ernst Frühmann

Faulbaum © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Faulbaum ist ein in weiten Teilen Europas beheimateter Strauch oder ein kleiner Baum. Seine Früchte wie auch die frische Rinde führen zu Übelkeit, Erbrechen und zu blutigen Durchfällen. Die über ein Jahr gelagerte Rinde ist ein gutes Abführmittel, das aber bei Stuhlverstopfung nicht länger als 1 bis 2 Wochen zur Anwendung kommen soll.

 

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