Brennnessel

Urtica dioica und U. urens

Wer kennt sie nicht, die durchaus auch unangenehmen Erfahrungen mit der Brennnessel. Kommt man ihr zu nahe, macht sie sich nachhaltig bemerkbar und ruft kribbelnde, brennende Flecken bis Blasen hervor.

Was sie auch bedeutet – „brennendes Ungeheuer“, Unkraut, Leckerbissen für die Raupen verschiedener schöner Schmetterlinge, Lieferant einer groben Textilfaser oder Heilpflanze – die gesamte Familie hat einiges zu bieten; neben der Verwendung der Großen Brennnessel als Textilfaser ist diese auch Grundlage für ein natürliches Schädlingsbekämpfungsmittel, erstes Grün im Speiseplan des Frühlings, eine Art ohne Brennhaare kennt man als dekorative Zierpflanze. Eine russische Art liefert ein feines, leinenartiges Gewebe, tropische Arten brennen wesentlich heftiger als unsere als Heilpflanzen verwendeten Arten Urtica dioica L. – die Große Brennnessel – und Urtica urens L. – die Kleine Brennnessel.

Brennnessel © Ernst Frühmann

Brennnessel © Ernst Frühmann

 Medizinische Anwendung

Die Wirkung der Extrakte der Brennnessel ist durchaus unterschiedlich, je nachdem ob man die Blätter, das Kraut oder die Wurzeln dafür verwendet.

So werden die Blätter und das Kraut zur Durchspülung bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnorgane ebenso verwendet wie zur Durchspülung – vorbeugend oder zur Behandlung – bei Nierengrieß. Aber auch zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden – innerlich und äußerlich – können Brennnesselblätter hilfreich sein.

Hinzu kommen die Anwendungsbereiche in der Volksmedizin als „Blutreinigungstee“, zur Verbesserung der Blutbildung, als haarpflegendes Mittel, das die Haare auch wieder sprießen lässt, und als leicht wassertreibendes Mittel, das durch seinen ausschwemmenden Effekt entzündliche Vorgänge im Körper beruhigt.

Die Brennnesselwurzel wird als Tee oder als Extrakt, auch in Fertigarzneimitteln, zur unterstützenden Behandlung bei Miktionsbeschwerden bei gutartigen Prostataveränderungen (benigne Prostatahyperplasie) im Stadium I und II verwendet.

Es wird dabei das Krankheitsbild verbessert, wobei die Beschwerden zurückgehen, ohne dass es zu einer nachhaltigen Verkleinerung des vergrößerten Prostatagewebes kommt.

Zubereitungen 

Homöopathie: Urtica urens (Kleine Brennnessel) bei nesselsuchtartigen Ausschlägen, bei Gicht und Nierenleiden; äußerlich bei Sonnenbrand und Verbrennungen in Form eines Sprays.

Brennnesselspiritus: in Haarwässern und äußerlich für Einreibungen.

Frischpflanzensaft: als Frühlingskur zur Belebung des Stoffwechsels

Frischpflanze: junge Blätter als Beigabe zu Salat oder gekocht als „Brennnesselspinat“ 

Tee: 3 – 4 TL Brennnesselblätter mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen; 2 – 3 mal täglich je 250 ml davon trinken.

Vorsicht ist geboten bei eventuell auftretenden allergischen Reaktionen bei der Anwendung der Brennnessel und deren Zubereitungen, und bei Ödemen (Wasseransammlungen), die durch eine eingeschränkte Nieren – oder Herztätigkeit bedingt sind, sind die Blätter kontraindiziert.

Brennnessel © Ernst Frühmann

Brennnessel © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Brennnessel ist nicht nur eine der ersten Grünpflanzen, die im Frühling zu sprießen beginnen; sie ist auch wertvoller Bestandteil von Frühjahrs-Kuren zur Entschlackung oder eine gesunde Beigabe zur Frühlingsküche.

Eine Hauptindikation der Brennnesselblätter ist die Verwendung zur Durchspülung der ableitenden Harnorgane bei entzündlichen Erkrankungen oder bei rheumatischen Beschwerden.

Die Brennnesselwurzel wird als Tee oder Extrakt in Fertigpräparaten zur Behandlung gutartiger Prostataerkrankungen verwendet.

Das ganze Jahr über sind die homöopathischen Zubereitungen, der Frischpflanzensaft oder die Zubereitungen aus den getrockneten Pflanzenteilen für verschiedene Krankheitsbilder in Verwendung.

 

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