Bitterer Fenchel

Foeniculum vulgare Miller ssp. vulgare var. vulgare

Obwohl es mehrere Fenchel-Varietäten gibt, kommt in der Medizin vorwiegend der Bittere Fenchel zur Anwendung; er war auch Arzneipflanze des Jahres 2009. Bitterer und Süßer Fenchel unterscheiden sich sowohl im Duft als auch im Geschmack des ätherischen Öles, das in den Früchten enthalten ist. Bitterer Fenchel duftet stark würzig und schmeckt etwas scharf, würzig, aromatisch, aber auch etwas bitter-süß. Süßer Fenchel ist im Geschmack süßlich und leicht würzig, sein Duft angenehm würzig.

Bitterer Fenchel © Ernst Frühmann

Bitterer Fenchel © Ernst Frühmann

Medizinische Anwendung

Beim Bitteren Fenchel zählen die Verwendung bei Magen-Darm Beschwerden und Atemwegserkrankungen zu den anerkannten Anwendungsgebieten.

Extrakte aus Fenchelfrüchten wirken bei Atemwegserkrankungen als sekretolytisches, sekretomotorisches und antiseptisches Expektorans. Das bedeutet, dass die Sekretion des Schleimes durch eine Erhöhung des Wassergehalts im Bronchialsekret gesteigert wird und es zu einer Beschleunigung des Schleimtransports durch eine erhöhte Aktivität des Flimmerepithels der Bronchialschleimhaut kommt.

Bei leichten krampfartigen Magen- Darmbeschwerden – wie Blähungen oder Völlegefühl – wirkt der Fenchel krampflindernd und karminativ, vermutlich durch die Förderung der Motilität und weniger durch Krampflösung. Um krampfartige Zustände zu mildern, wird der Fenchel gerne den Abführtees beigemischt. Besonders häufig verwendete man Fenchelfrüchte in so genannten Kinderberuhigungstees. Dabei diente der Tee auch zum Verdünnen der Breinahrung oder der Milch.

In der Volksmedizin wird Fenchel zur Unterstützung eines verbesserten Milchflusses stillender Mütter gegeben. Fenchel-Augenwasser hilft bei äußerlicher Anwendung gegen Ermüdungserscheinungen des Auges und bei funktionellen Sehstörungen.

Anwendungshinweise:

Der Gehalt an Estragol führt zu einer Einnahmebeschränkung. Der Gehalt an Estragol darf nicht über 5 % liegen, die Dauer der Einnahme von Fenchelzubereitungen soll nicht über einige Wochen hinausgehen und mengenmäßig nicht im Übermaß liegen.

Reines ätherisches Fenchelöl sollen Schwangere, Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre nicht anwenden; für alle anderen Anwender soll eine Anwendung zwei Wochen nicht übersteigen. Als Nebenwirkungen können in Einzelfällen allergische Reaktionen der Haut und im Bereich der Atemwege auftreten.

Teeherstellung:

1Teelöffel (2,5 Gramm) Fenchelfrüchte werden mit dem Pistill kurz vor der Zubereitung gequetscht (angestoßen) und mit 150 ml kochendem Wasser übergossen. Man lässt 10 – 15 Minuten ziehen und seiht dann ab. Keine Gabe von Tee für Kinder unter 4 Jahren!

Fenchelzubereitungen:

Fenchelhonig wurde Kindern gerne bei Katarrhen der oberen Luftwege verabreicht. Dabei wird 0,5 ml Fenchelöl in einen Liter Honig eingearbeitet. Weitere Zubereitungen mit Fenchel sind der Fenchelsirup und Salbenzubereitungen bei Blähungen, in denen z.B. Fenchelöl mit Majoranöl und Kümmelöl in einer Salbengrundlage verarbeitet wird.

Bitterer Fenchel © Ernst Frühmann

Bitterer Fenchel © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Die Heimat des Fenchels ist der östliche Mittelmeerraum. Die Fenchelfrüchte stammen aus Kulturen. Von einigen Fenchelsorten wird der Bittere Fenchel medizinisch angewendet. Das ätherische Öl ist für die Wirkung des Fenchels verantwortlich. Der Gehalt an Estragol darf 5 % nicht übersteigen. Die Hauptanwendungsbereiche sind Katarrhe der oberen Luftwege und leichte, krampfartige Beschwerden im Magen- Darmbereich. In der Volksmedizin schätzen stillende Mütter den Fenchel als Laktagogum (Muttermilch fördernd); Augenwässer kommen in der Volksmedizin bei Ermüdungserscheinungen des Auges zur Anwendung.

 

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