Beinwell

Symphytum officinale L.

Mit dem Beinwell bietet uns die Natur eine Heilpflanze, die seit mehr als zwei Jahrtausenden als Heilmittel geschätzt wird. Ohne genaue Kenntnis der Inhaltsstoffe kam die heilsame Wurzel innerlich und äußerlich häufig zur Anwendung. Heute wissen wir, dass in der Pflanze neben wichtigen Wirkstoffen auch Pyrrolizidin-Alkaloide vorhandenen sind, die die Anwendung deutlich einschränken. Dennoch ist es erfreulich, dass uns heute die Heilkraft dieser alten Heilpflanze in der Homöopathie und Phytotherapie unter gewissen Bedingungen zur Verfügung steht.

Die Namensgebung im lateinischen und deutschen Wort drückt die Wirkung der Heilpflanze deutlich aus. So stammt die Bezeichnung Symphytum aus dem griechischen Wort symphyein, dies bedeutet „zusammenwachsen“. Diese Bezeichnung wurde allen Kräutern gegeben, die bei Knochenbrüchen zur Anwendung kamen. Die deutschen Namen Wallwurz („wallen“ ist Zusammenheilen von Knochen) und Beinwell (im Althochdeutschen noch Beinwalla) drücken auch die Knochen heilende Wirkung aus.

Vorsicht ist geboten mit anderen deutschen Namen für Beinwell: er wird als Schwarzwurz bezeichnet und soll nicht mit dem Gemüse Schwarzwurzel verwechselt werden; die Bezeichnung Schmeerwurz tragen auch verschiedene andere Pflanzen.

Beinwell © Ernst Frühmann

Beinwell © Ernst Frühmann

Anwendung in der Phytotherapie

 

Eine gefahrlose Anwendung von Beinwellzubereitungen ist dank des Angebots von PA-freien Zubereitungen wieder möglich geworden. Wir finden Drogenextrakte oder Fluidextrakte (konzentrierte, flüssige Extrakte) in Cremen, Salben, Einreibungen und Umschlagpasten, die zur Behandlung von Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen dienen. Es hat sich in Untersuchungen gezeigt, dass auch bei Kindern über 6 Jahren diese PA-freien Extrakte mit sehr gutem Erfolg zur Anwendung kamen. Traumaplant in Österreich oder Kytta in Deutschland sind Markennamen mit diesen Extrakten. Bei Traumaplant werden der Presssaft der Pflanze und der alkoholische Extrakt aus dem Presskuchen zum wirkstoffreichen Extrakt verarbeitet. Die Anwendung der Salbe sollte drei Wochen nicht überschreiten.

Die äußerliche Anwendung bei schmerzhaften Muskel- und Gelenksbeschwerden, Zerrungen, Quetschungen, Verstauchungen, Sehnenscheidenentzündungen und eine unterstützende Behandlung bei Knochenbrüchen sind Indikationen von Beinwellsalben.

Gegenanzeigen:

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Anwendung von Beinwellzubereitungen ausschließlich durch den Arzt entschieden werden.

Achtung:

In Österreich dürfen Beinwellpräparate nur als PA-freie Ware in Verkehr gebracht werden. Das heißt: PA dürfen nach dem derzeitigen Stand der Technik nicht nachweisbar sein.

Für Deutschland wurde eine andere Regelung getroffen.

Homöopathie: Homöopathische Arzneimittel werden aus frischen Beinwellwurzeln, die vor der Blüte geerntet werden, hergestellt; sie dürfen zur äußerlichen Anwendung ab D4, bei innerlichem Gebrauch ab D6 verabreicht werden. Hauptanwendungsgebiete sind Knochen- und Knochenhautverletzungen als Folge von Unfällen oder nach Operationen; Homöopathische Arzneimittel sollen die Kallusbildung anregen und werden sogar bei Verletzungen am Auge verordnet.

Küche: Sehr kritisch sind auch Vorschläge in diversen Kochbüchern zu sehen, die Rezepte mit Beinwellblättern propagieren. Aus Sicht der dargestellten Inhaltsstoffe der Beinwellpflanzen ist von einer Verwendung in Speisen abzuraten. Selbst die gezüchtete Sorte Symphytum x uplandicum NYM. kann Pyrrolizidin-Alkaloide enthalten.

Beinwell © Ernst Frühmann

Beinwell © Ernst Frühmann

Zusammenfassung

Der Beinwell ist eine Heilpflanze, die schon in der Antike zur Behandlung von Knochenbrüchen Verwendung fand. Es ist aber zu beachten, dass bei Beinwellpflanzen aus der Natur neben den verschiedenen Wirkstoffen, der Gehalt an Leber schädigenden und Krebs erregenden Pyrrolizidin-Alkaloiden (PA) unbedingt zu beachten ist. PA-freie Produkte aus der Apotheke ermöglichen aber die gefahrlose Verwendung dieser Heilpflanze, die bei Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen und anderen Verletzungen bei Erwachsenen und auch bei Kindern mit gutem Erfolg zur Anwendung kommt.

 

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